NuriDas Schockgeschehen ist gekennzeichnet durch eine Verminderung der Durchblutung aufgrund eines Missverhältnisses von benötigtem und vorhandenem Flüssigkeitsvolumen. Während es sich bei einem Kreislaufkollaps um eine periphere Kreislaufschwäche handelt, bei der die Regulationsmechanismen im Bereich der kleinen und kleinsten Blutgefäße versagen, kann ein Tier im Schockzustand in ernsthafte Lebensgefahr versetzt werden, da die Regulationmechanismen komplett zusammenbrechen.

Die Herzleistung ist vermindert, und damit auch der venöse Rückstrom zum Herzen, so dass es zu einem dramatischen Blutdruckabfall kommt.
Verschiedene Kompensationsmechanismen "zentralisieren" den Kreislauf, d. h. der Blutdruck wird in den lebenswichtigen Organen - Herz, Lunge, zentrales Nervensystem - zunächst aufrecht erhalten; andere Organe werden hingegen mehr oder weniger aus dem Kreislauf ausgeschaltet und können deshalb geschädigt werden. Da vor allem den Nieren nicht mehr als das erforderliche Flüssigkeitsvolumen zur Verfügung steht, kann ein Nierenversagen die Folge sein, und der Körper wird durch die harnpflichtigen Stoffe zusätzlich belastet. Verschiedene Ursachen können einen Schock auslösen. Entsprechend leiten sich daraus verschiedene Formen des Schocks ab:

Der hypovolämische Schock wird durch den akuten Verlust von Blut, Wasser oder Elektrolyten hervorgerufen. Dieser resultiert aus erheblichen Blutungen infolge eines Unfalles oder einer Operation. Auch die Ansammlung von Blutflüssigkeit im Darm, z.B. durch eine Entzündung, kann einen Schock provozieren. Dieser "versteckte" Blutverlust ist häufiger als der anhaltende sichtbare Blutverlust.
So kommt es z.B. bei stumpfen Traumen durch Risse in verschiedenen Organen (Leber, Milz, Nieren) zu inneren Blutungen, die oft schwer zu erkennen sind.
Daneben führen massive Wasser- oder Elektrolytverluste durch starken Brechdurchfall, großflächige Verletzungen oder Verbrennungen zu einem hypovolämischen Schock.

Der kardiogene Schock wird durch Erkrankungen des Herzens selbst ausgelöst. Er entsteht primär durch Herzversagen und führt sekundär zu einer Mangeldurchblutung in der Peripherie des Körpers.

Erkrankungen des Gehirns, wie Tumoren, Schädeltraumen oder Schwindel gehen dem neurogenen Schock voraus. Auch akute Schmerzzustände können für diesen Kreislaufschock verantwortlich sein.

Beim septischen Schock steht eine Infektionskrankheit im Vordergrund. Die Keime setzen Gifte frei, und im weiteren Verlauf resultiert daraus eine innere Vergiftung, z.B. durch Eitereinschmelzung.

Der anaphylaktische Schock tritt im Zusammenhang mit einer heftigen allergischen Reaktion auf und beginnt sofort im Anschluss an die auslösende Ursache. Mögliche Allergene sind bestimmte Arzneimittel, z.B. Antibiotika, auf die einzelne Tiere individuell mit Unverträglichkeit reagieren können. Auch Gifte, Insektenstiche und Nahrungsmittel können allergische Reaktionen hervorrufen, die durch den akuten Blutdruckabfall und durch Spasmen der Bronchien innerhalb von Minuten zum Tode führen können.

Äußere Anzeichen sind neben der bedrohlichen Körperschwäche blasse und trockene Schleimhäute. Auch die Zunge ist blass und ausgetrocknet, die Augen sind tief eingesunken. Die Atmung ist oberflächlich, die Pupillen sind stark erweitert. Stuhl und Harn können unwillkürlich abgehen. Der Puls ist erhöht und zunächst hart und pochend, dann schwach und zuletzt oft nicht mehr fühlbar; eine Verlangsamung der Pulsfrequenz deutet auf eine Schädigung des zentralen Nervensystems hin.
Das Allgemeinbefinden ist anfangs oft ungetrübt, später zunehmend gestört. Durch den Blutdruckabfall kann sich ein komatöser Zustand entwickeln. Die Körpertemperatur sinkt bei einigen Schockformen, sowohl Beine als auch Ohren fühlen sich  kalt an.

Beim anaphylaktischen und neurogenen Schock fühlt sich die Körperoberfläche hingegen warm an. Darüber hinaus geht der anaphylaktische Schock mit Nesselsucht (Urtikaria) und "Nielpferdkopf" mit starkem Juckreiz einher. In schweren Fällen besteht auch Atemnot, Blauverfärbung der Schleimhäute und Bewusstlosigkeit. mit möglicher rascher Todesfolge.

Bei einem Schockzustand werden zunächst Herzfrequenz, Puls und die Farbe der Schleimhäute kontrolliert. Die charakteristischen Symptome weisen meistens eindeutig auf die Ursache des Schocks hin, wobei nicht selten mehrere Ursachen zusammen auftreten, was die Diagnose erschweren kann. Wichtig ist deshalb der genaue Vorbericht durch den Besitzer über einen möglichen Unfall, Insektenstich, vorhandene Allergien oder über die Aufnahme von Gift.

Die erste Maßnahme bei der Behandlung des Schocks ist die Abstellung bzw. Bekämpfung der Ursache - soweit möglich. Bei einer zugrundeliegenden Herzerkrankung müssen entsprechende Medikamente verabreicht werden, ebenso bei einer Infektionskrankheit.
Bei Vorliegen eines anaphylaktischen Schocks gilt es, das auslösende Allergen herauszufinden und auszuschalten.

Allgemeine Maßnahmen bei Vorliegen eines Schocks umfassen Wärme und Ruhe, die Lagerung auf einer weichen Unterlage und das Freihalten der Atemwege.

Oftmals ist die Gabe von Kreislaufmitteln und Kortisonpräparaten angezeigt. Die Schocktherapie beinhaltet vor allem die Aufrechterhaltung der Funktion der lebenswichtigen Organe. Wichtigste Maßnahme ist daher die rasche Auffüllung des Volumens, um den Flüssigkeitsverlust zu kompensieren.

Dr. Astrid Heinl, © "Our Cats", mit frdl. Genehmigung

Bitte lest zu diesem Thema auch die den Artikel Erste Hilfe an der Katze!

Buchtipp:

NotfällebeiKatzen

"Notfälle bei Katzen"
von Dr. Michael Streicher

Was vom Titel her zunächst nach einem der typischen (zumeist eher wenig fundierten) Ratgeber zur medizinischen Erstversorgung klingt, erweist sich bei näherer Betrachtung als ein hervorragender Überblick über die bei der Katze am häufigsten vorkommenden medizinischen Notfälle lebensbedrohlicher Art.
Wer sich mit Katzen auskennt, weiß, dass sie von Natur aus große Meister darin sind, Krankheit und Schwäche zu verbergen. So bemerkt der Halter oft erst im fortgeschrittenen Stadium einer Erkrankung, dass etwas mit seinem Tier nicht stimmt, und erkennt dabei unter Umständen nicht, dass das Tier sich bereits in einem akuten oder gar lebensbedrohlichem Zustand befindet. Die Kenntnis über katzentypische schwerwiegende Erkrankungen und deren erste Anzeichen gibt dem Halter somit im Ernstfall einen entscheidenden Vorsprung und kann Leben retten!
Als Fachtierarzt und Betreiber einer auf Katzen spezialisierten Praxis sieht sich der Autor in der täglichen Arbeit mit Katzennotfällen aller Art konfrontiert. So finden wir neben den üblichen Ratgeberthemen (Unfall, Vergiftung, Insektenstich, Kippfenstersyndrom) in diesem Buch wertvolle Informationen zu all jenen häufig auftretenden Erkrankungen, die andere Gesundheitsratgeber trotz aller Relevanz vermissen lassen: Harnröhrenverschluss, akutes Nierenversagen, Hepatische Lipidose, akute Pankreatitis, Darmverschluss, Asthma, Diabetes, Aortenthrombose, Krampfanfälle, Hämolytische Anämie.
Werden die Symptome dieser Erkrankungen nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann unter Umständen bereits innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen der Tod eintreten! Ich selbst habe leider die meisten der im Ratgeber aufgeführten Notfälle bereits bei meinen eigenen Tieren erlebt. Und in jedem einzelnen Fall hat mir das vorherige Wissen um die ersten Anzeichen und deren Tragweite wertvolle Zeit verschafft, um sofort für die notwendige Behandlung zu sorgen. Zudem konnte ich manch “lückenhaftes” Vorgehen des jeweils behandelnden Tierarztes überprüfen und weitere Maßnahmen einfordern. Aus dieser Erfahrung heraus ist der Ratgeber von Dr. Streicher meines Erachtens ein absolutes Must-have für jeden Katzenhaushalt!
In leicht verständlicher Weise erfährt der Leser zunächst, wie er die regulären Körperfunktionen seiner Katze überprüfen kann, wie die Begriffe gesund, krank und Notfall genau zu definieren und zu erkennen sind, welches Verhalten eine Katze im jeweiligen Zustand an den Tag legt und wohin man sich im Ernstfall wenden sollte.
Bei der anschließenden ausführlichen Betrachtung der vorgenannten Notfallsituationen geht es nicht um Tipps zur Selbsthilfe, sondern vielmehr um Aufklärung über die Tragweite der jeweiligen Erkrankung und die sich daraus als notwendig ergebenden tierärztlichen Sofortmaßnahmen.
Wer sich also auf mögliche Notfälle im Leben seiner Katze vorbereiten möchte, sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen!

(Broschierte Ausgabe, 128 Seiten, 2013, antheon, ISBN 3944431006, 16,95 EUR)

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Buchtipps zum Thema Katzenkrankheiten allgemein:
Ratgeber zur Katzengesundheit
Fachliteratur Katzenmedizin

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