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Buchtipps - Thema Tierschutz

 

“Tierversuche - Im Spannungsfeld von Praxis und Bioethik” von W. Ahne

In Deutschland werden jährlich mehr als zwei Millionen Tiere zu Versuchszwecken eingesetzt - Tendenz steigend. Der Tierversuch ist in vielen Bereichen, wie Grundlagen- und medizinischer Forschung, Toxikologie und Produktentwicklung, etabliert und zum Teil sogar gesetzlich vorgeschrieben. Die Durchführung von Tierversuchen erzeugt jedoch von jeher ein Spannungsfeld, das sich häufig in emotional zugespitzten Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern entlädt. Skandale wie die Contergan-Katastrophe Ende der 50er Jahre sowie jüngst der Eklat um das Arzneimittel TG1412 schüren zusätzlich das Misstrauen gegenüber dem wissenschaftlichen Wert von Prüfstrategien für Human-Arzneimittel, die auf Tierversuchen basieren.
Winfried Ahne, Professor für Zoologie und Virologie an der LMU München, stellt die kontroversen Standpunkte sachlich fundiert gegenüber. Der Autor beleuchtet die gängige Tierversuchspraxis aus der Perspektive von Natur- und Rechtswissenschaft, Philosophie und Ethik, kehrt bei seiner kritischen Auseinandersetzung jedoch immer wieder zu den Fragen zurück: Sind Tierversuche ethisch zu rechtfertigen? Welche Alternativen gibt es?
Der Leser erhält mit dem Werk aber auch einen umfassenden Einblick in ein Thema, das Menschen heutzutage und in früheren Zeiten immer wieder beschäftigt hat. Dabei spannt der Autor mit erzählerischem Geschick einen weiten Bogen - vom Codex Chammurapi ca. 2 000 v. Chr. bis hin zur aktuellen Diskussion um Sinn und Nutzen von Tierversuchen.
Wilfried Ahne, Prof. Dr. rer. Dr. med. vet. habil. für Zoologie und Virologie an der LMU München, entwickelte bereits in den 80er Jahren ein alternatives In-vitro-Verfahren mit Zellkulturen zur Toxizitätsbestimmung von Abwässern, das ohne den Einsatz von lebender Fische auskommt und für das er 1987 den Tierschutzpreis der Erna-Graff-Stiftung ausgezeichnet wurde.
Das Buch ist nicht nur wegen seiner interdisziplinären Konzeption ein spannender und informativer Beitrag zum Thema Tierversuche, sondern auch ein Plädoyer für den rücksichtsvollen Umgang mit Tieren.

(Broschierte Ausgabe, Schattauer, 2007, ISBN 3794525612, 19,95 EUR)

 

“Tierschutzgesetz in der Praxis - Wie melde ich einen Tierschutzfall?” von Alexandra Diezemann

Tierschutz ist in Deutschland ein immer wichtiger werdendes Thema. Das Halten von Tieren ist beliebt, und viele Tierfreunde kümmern sich liebevoll um ihre Zöglinge. Zuweilen ereignen sich jedoch Fälle, in denen Tiere bewusst gequält, schlecht gehalten, vernachlässigt oder einfach ausgesetzt werden.
Als aufmerksamer Tierfreund möchte man tierquälerische Situationen nicht hinnehmen — man möchte ein Tier aus seiner misslichen Lage befreien und den Halter zur Rechenschaft ziehen lassen. Die Gesetze in Deutschland beziehen den Tierschutz durchaus mit ein und ermöglichen eine strafrechtliche Verfolgung. Andererseits weisen die Gesetze auch Lücken und Ungenauigkeiten auf, sodass der engagierte Tierschützer manchmal ratlos ist, wie er sich am besten verhalten soll.
Worauf es ankommt, erläutert dieser spezielle Ratgeber aus dem Bonner Fachverlag interna, der zeigt, wie man einem leidenden Tier wirklich schnell und effektiv helfen kann. Die Autorin Alexandra Diezemann zeigt sachlich präzise, doch gleichzeitig leicht verständlich auf, was für den Einzelnen möglich ist und wo die Grenzen liegen.
Denn alle, die sich für gequälte Tiere einsetzen, müssen bestimmte Regeln einhalten. Der Tierschutz ist bei uns zwar im Grundgesetz verankert, doch die Einzelregelungen und die Umsetzung sind Ländersache. Wer sich nicht an die gesetzlichen Vorschriften seines Bundeslandes hält und weiß, wie er die richtige Behörde anspricht, der kann mit seinem Einsatz für Tiere schnell scheitern.
In diesem Leitfaden werden die juristischen Hintergründe erläutert und praktische Hinweise gegeben, wie man Tierschutzfälle erkennt und meldet, um Tierquäler sicher zur Rechenschaft zu ziehen.

(Hefter, Interna, 2006, ISBN 3939397016, 12,40 EUR)

 

”Das Buch vom Tierschutz” von H.H. Sambraus und A. Steiger

Es ist kaum zu glauben, aber In Deutschland leben über 30 Millionen Haus- und Heimtiere. Nicht nur für viele Nutztiere sondern auch für unsachgemäß gehaltene Heimtiere bedeutet das Zusammenleben mit dem Menschen oft großes Leid. Tiertransporte, Tierversuche, Qualzuchten und dergleichen mehr lassen immer mehr Menschen Interesse am Tierschutz finden. Gott sei Dank!! Doch die Auffassungen von “Tierschutz” sind sehr unterschiedlich. Hans Hinrich Sambraus, Professor für Tierhaltung und Verhaltenskunde der Technischen Universität München, und Arnold Steiger vom Bundesamt für Veterinärwesen in Bern sprechen gemeinsam mit einem Autorenteam aus 61 Veterinärmedizinern, Wissenschaftlern, Juristen und Vertretern der Tierschutzorganisationen kontroverse Themen an und liefern Informationen, die für einen erfolgreichen Tierschutz notwendig sind. Hier wird erörtert, welche natürlichen Bedürfnisse die Tiere haben, was sie empfinden können, welche körperlichen und seelischen Leiden sie wahrnehmen und vieles andere mehr. Die Begriffe Schmerz und Leid beschreiben typisch menschliche Empfindungen. Bei Tieren ist es schwierig, diese Gefühle festzustellen. Das bedeutet jedoch nicht, ­ wie der Mensch häufig meint ­, dass Lebewesen anderer Arten sie nicht besitzen. Dass Tiere empfindungsfähig sind, haben neurophysiologische Untersuchungen belegt. "Im Gehirn von geängstigten Tieren laufen die gleichen Prozesse ab wie beim Menschen", erklärt Hans Hinrich Sambraus.
Themenauszüge: Schmerz bei Tieren, Verhaltensstörungen, Neue Tendenzen in der Nutztierhaltung und der Tiergerechtigkeitsindex, Tiertransporte, Schlachtung, Zoofachhandel, Tierheim, Gentechnik in der Tierzucht und Tierhaltung, Tierschutz im Pferdesport, Hundesport und Ausbildung von Hunden, Tierschutz und Recht u v. m.

(nur noch gebraucht bei Amazon erhältlich)

 

”Schwarzbuch der Jagd” von Jakob Kurz

Aus der Website des Autors: Warum eine so unendliche Geschichte? Weil Hund und Katze für den Jäger immer schon Konkurrenten waren, die, so sein Argument, ihm die Jagdtafel schmälern, sozusagen mit am gedeckten Tisch sitzen. „Raubzeug“ hat er Hund und Katze immer schon genannt. Raubzeug sind sie nach wie vor für viele Jäger, die aus allen Rohren auf die Haustiere feuern, schätzungsweise jährlich 400000 Katzen und 65 000 Hunde töten.
Weil die Jagdfunktionäre um Ausreden nie verlegen sind, wenn in der Öffentlichkeit ein Haustierabschuss bekannt wird, die Tierfreunde sich darüber aufregen. Dann heißt es: „Schwarze Schafe“ gibt es überall, also auch in der Jägerschaft. Für die Funktionäre ist damit die Sache erledigt, Strafmaßnahmen: keine!
Weil die „Schwarzen Schafe“ in der Jägerschaft um Ausreden nie verlegen, feige sind. Der große schwarze Hund wurde mit einem Fuchs verwechselt, die Wildsau mit einem Pferd, der Soldat, der im Wald Anschleichen übt, ebenfalls mit einer Wildsau.
Weil auch in der Jägerschaft das Sprichwort gilt: Ein Rabe hackt dem anderen Raben doch kein Auge aus. Also alle für einen, einer für alle
Weil Hund und Katze für viele Jäger grundsätzlich wildern. Und Haustiere, die wildern, dürfen, so das Gesetz, abgeschossen werden. Was wildern ist, das allerdings sagt das Gesetz nicht. Im Gesetz steht auch nicht, dass sich ein Jäger um das von ihm angeschossene Haustier zu kümmern hat.
Weil viele Jäger Hund und Katze mit Fallen fangen, die bekanntlich nicht sofort töten, der Hund, die Katze oft stundenlang unsäglich leiden müssen.

(ISBN 3833414863, 9,80 Euro)

 

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(letzte Änderung dieser Seite: 20 Oktober, 2011)


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