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Karo 

Manchmal kommt es anders, als man denkt

Irgendwie kommt mir alles so unwirklich vor, so als ob ich das alles nur geträumt hätte. Aber wenn ich mir kurz mit den Zähnen in den Pelz zwicke und sehr wohl den Schmerz spüre, dann muss ich wohl annehmen, dass ich mich durchaus in der Realität befinde!

Aber vielleicht sollte ich mich zunächst einmal vorstellen: Mein Name ist Carlo, und ich bin ein pechschwarzer, gutgebauter und sehr schön anzusehender Hauskater (ja ich weiß, man sollte sich nicht selber loben, aber es muss halt einfach mal gesagt werden!). Ich bin inzwischen schon acht Jahre alt, und man könnte sagen, dass ich viel rumgekommen bin. Nicht dass ich immer auf der Straße gelebt hätte, so wie in den letzten Monaten - nein! Ich hatte durchaus ein Daheim! Ich lebte bei einer Familie mit einem Kind und einem Vogel. Jawohl, einem Vogel. Im Lauf der Jahre waren wir oft umgezogen, so dass ich mein Revier immer wieder wechseln musste, was nicht immer einfach war. Aber ich hatte es stets geschafft, mir mein Territorium neu zu erobern. Nun mögen wir Katzen ja regelmäßige Ortswechseln für gewöhnlich nicht gerade, aber für mich war es o.k. Ich hatte keine Probleme damit und fand mich immer recht schnell wieder zurecht.

Auch mit den Bedingungen im Haus war ich ganz zufrieden. O.k., das Kind nervte zu Anfang ein wenig - wie halt Kleinkinder so sind - aber wenn es mir zu bunt wurde, ging ich halt einfach ein wenig auf die Rolle. Man ließ mir ja meine Freiheiten.... Mit dem Vogel verstand ich mich auch ganz gut. Wir kannten uns schließlich von klein auf und ich sah niemals eine Beute in ihm, sondern eher einen Kumpel. Er setzte sich des öfteren auf meinen Rücken und wir marschierten dann gemeinsam durch die Bude.

Die Menschen versorgten mich gut mit allem was ich brauchte (wie meinem gut gebauten Körper unschwer anzusehen war, brauchte ich nie hungern). Und wenn auch zu keiner Zeit ein allzu inniges Kuschelverhältnis zwischen uns bestand, so war unsere Beziehung schon ganz o.k. Sonst wäre ich ja auch nicht all die Jahre trotz der dauernden Ortswechsel bei ihnen geblieben....

Bis sie dann im Frühjahr dieses kleine Fellknäuel anschleppten, dem ich absolut nichts abgewinnen konnte.... Sie nannten es “Oskar” und erklärten mir, dass ich mein Haus künftig mit dieser kleinen Nervensäge zu teilen hätte... Ich dachte zwar gleich, ich höre nicht recht, hielt aber mein Empörung zunächst zurück. Erst mal abwarten, dachte ich mir, ob sie das wirklich ernst meinen. Und selbst wenn: Es bestand ja immer noch die Möglichkeit, dass der kleine Quälgeist von selbst abhauen würde, wenn ich ihm zeigen würde, wo es lang ging!

Doch weit gefehlt! Alle paar Minuten stürzte sich dieses Vieh über mich und meinte, mir beibringen zu müssen, worin die Freude am Spielen besteht! In den ersten Tagen ging es ja noch, da war Oskar fast noch kleiner als ich. Aber das änderte sich von Tag zu Tag!
Ich hatte noch nie ein Fellknäuel gesehen, was so schnell wuchs und so kräftig war!
Hätten sie mir nicht einfach ein süßes und anheimelndes Katzenmädchen ins Haus bringen können? Schönen Frauen konnte ich schließlich noch nie widerstehen! Aber nein, es musste ja ein Exemplar aus der verabscheuungswürdigen Gattung “Hund” sein!
Und dann auch noch ein solches, was aus einer langen Generation von Hütehunden hervorging....

Ebenso wie seine Körpergröße wuchs auch mein Entsetzen von Tag zu Tag. Und im selben Verhältnis schrumpfte die Hoffnung, dass dieses ungestüme Wesen eines Tages Vernunft annehmen und umgänglich werden würde. Wann immer mich dieser Zottel erblickte, stürzte er sich vor Freude kläffend auf mich, so dass ich beschloss, mich künftig öfter draußen aufzuhalten, als ich es bis dahin zu tun pflegte...

So entfremdete ich mich allmählich von meinem Zuhause und von meinen Menschen (die sowieso nur noch Augen für dieses Riesenbaby hatten), und es kam wie es kommen musste: Eines Tage verließ ich das Haus - fest entschlossen, niemals wieder zurückzukommen!!

Ich kannte mich ja aus, auf der Straße. Würde schon nicht so schwer sein, sich durchzuschlagen. Und wenn schon - schlimmer als ein Zusammenleben mit diesem zotteligen Riesen könnte es auch nicht sein, oder?
Ich ging also auf Wanderschaft. Wenn die Mäuse mal etwas dünner gesät waren, dann stahl ich mich in den einen oder anderen Garten, wo ich von weitem ein Schälchen aufblitzen sah und verköstigte mich auf diese Weise. Ab und an ließ ich mich auch mal von einem offen stehenden: Küchenfenster überreden, hineinzuspringen und mich rasch an der einen oder anderen Köstlichkeit zu bedienen. Kurz: Es fand sich immer irgendeine Gelegenheit. Gesundheitsmäßig ging es mir auch nicht schlecht, denn meine Menschen hatten mich schließlich regelmäßig impfen lassen, was die günstigsten Voraussetzung für ein Leben auf der Straße war. Und da ich bereits seit langem meiner Männlichkeit beraubt war, gab es auch keine allzu schlimmen Kämpfe mit den reviereigenen Katern - ich stellte ja keine große Gefahr dar. War mir auch ganz recht so, denn aus den wilden Jahren war ich bereits rausgewachsen. Ich war eben eher der gemütliche Typ.

So lief eigentlich alles ganz gut, wenn nicht irgendwann dann allmählich der Winter eingebrochen wäre... Ich stromere gerne durch die Gegend, aber wenn ich mich dann zwischendurch ausschlafen möchte, dann bevorzuge ich doch ein ruhiges, warmes Plätzchen. Das findet sich jedoch nicht leicht, wenn die ungemütliche Jahreszeit beginnt. Und wenn man es findet, ist es allzu oft bereits besetzt.

Je kälter und ekliger es draußen wurde und je mehr sich auch das Nahrungsangebot reduzierte, um so mehr sehnte ich mich nach meinem Zuhause. Waren das noch Zeiten, als mir mein Zuhause jederzeit eine Zuflucht war, ein sicherer Ort, an dem ich meine Ruhe hatte, mich satt essen konnte und immer ein lauschiges Plätzchen fand!!! Warum mussten sie nur diese Nervensäge anschleppen!?! Alles war doch so schön bis dahin!

Und nun war auch noch Weihnachten! Ich dachte an all die Weihnachtsfeste, die ich mit meiner Familie gefeiert hatte....an meinen alljährlichen Festschmaus, den sie mir stets serviert hatten....an die Gemütlichkeit im Haus...an die Kugeln am Weihnachtsbaum, mit denen ich immer ein kleines Spielchen gewagt hatte, wenn gerade niemand hin sah...an die Freude beim Geschenkeauspacken, wenn ich dann mit dem Papier und den schönen bunten Bändern spielen durfte....an die Streicheleinheiten am Abend (o.k., es waren nicht gerade die Masse, ich bin ja auch nicht so der Kuscheltyp, aber so gar keine Streicheleinheiten mehr, das ist echt auch nicht das Wahre!)...

Völlig in mein Selbstmitleid vertieft und vor mich hin sinnierend, hatte ich unter diesen Überlegungen ganz unbemerkt die Richtung in die alte Heimat eingeschlagen... Muss wohl an den vielen Erinnerungen gelegen haben... Jedenfalls stand ich plötzlich am Zaun des alten Nachbargrundstückes. Nur mal reinschauen, dachte ich, nur ganz kurz! Mit einem geübten Satz sprang ich über den Zaun und tapste ganz vorsichtig in Richtung Terrassentür. Eigentlich hatten sie die Rolläden abends immer geschlossen gehabt, aber zur Weihnachtszeit ließen sie sich gern den Blick nach draußen, auf den im Glanz einer Lichterkette leuchtenden Tannenbaum frei. Ich musste also vorsichtig sein, dass sie mich im Lichtschein nicht sahen! “Sie sollen schließlich nicht denken, ich sei reumütig zurückgekehrt!”, dachte ich mir und hob meine Nase stolz gen Himmel.

Ich schlich mich also an der Hauswand entlang und spähte vorsichtig um die Ecke zum Fenster hinein. Da saßen sie - in einer Runde auf dem Boden - und wickelten ihre Geschenke aus. Und plötzlich packte es mich: Das Heimweh traf mich derart überwältigend, dass ich ohne recht zu überlegen an der Scheibe kratzte und laut miaute.
Es war das Riesenbaby (was nebenbei bemerkt inzwischen noch viel riesiger geworden war), das mich zuerst erspähte. Oskar erhob sich sogleich von seinem Ruheplatz nicht weit vom Terrassenfenster, kam herüber und kläffte mich kurz durch die Scheibe an. Dann wurden auch meine Menschen aufmerksam und wollten nachsehen, wer dort draußen vor der Scheibe saß.

Meine ehemalige Tütenschlitzerin rief ganz aufgeregt: “Ich fass es nicht! Es ist Carlo!!”,
und öffnete mir sofort die Terrassentür. Oskar kam herausgestürzt, schnüffelte kurz an mir und schlabberte dann freudig mit seinem riesigen Waschlappen über mein Gesicht.
“Igitt,” dachte ich kurz, war aber doch irgendwie angerührt von der Begrüßung - das musste an Weihnachten liegen, da ist man eben doch etwas gefühlsduselig und sentimental.

Na ja, was soll ich noch sagen - sie freuten sich eben alle riesig, dass ich wieder daheim war. Meine Menschen faselten dauernd etwas von “...nach so langer Zeit...” und “...wir haben nicht mehr geglaubt, dass Du noch lebst...” und “...wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben...” und so weiter.

Seitdem ist nun eine Woche vergangen, und meine Menschen sind gerade aufgebrochen, um mit ihren Freunden Silvester zu feiern.
Und der Zottel? Scheint, als hätte er schließlich doch noch Vernunft angenommen.
Seine Größe ist zwar inzwischen wirklich furchteinflößend, aber er stürzt sich nicht mehr gnadenlos auf mich. Er kläfft auch nicht mehr jedes Mal wenn er mich sieht. Und Ihr werdet es mir nicht glauben: Gerade im Moment liegen wir hier zu zweit auf seiner Decke! Er ist extra ein wenig zur Seite gerückt, damit ich genügend Platz habe. Wir wollten eigentlich noch ein Schläfchen halten, bevor es draußen mit der Ballerei losgeht... Aber ich muss dauernd darüber nachdenken, wie froh ich bin, dass ich wieder daheim bin!

Na ja, und wenn ich dann befürchte, es könne alles nur ein schöner Traum sein, zwicke ich mich eben mal kurz, um sicher zu gehen, dass es wirklich wahr ist!
Und dann freue ich mich auf das neue Jahr, das vor der Tür steht... Vielleicht wird aus Oskar und mir ja doch noch ein richtig gutes Gespann...

© Birgit Lötzerich, www.katzeninfo.com
(Abdruck ohne Ausnahmegenehmigung der Verfasserin untersagt!)

Karo 

Theo und die Arroganz

Der kleine Kater stakste gerade die sorgfältig freigeschaufelte Auffahrt hinauf, als Theo verschlafen von seinem Ruheplatz, dem Holzbriefkasten, aufblicke. Was will der denn hier, dachte er bei sich, war aber noch zu müde, um sich über den ungebetenen Besuch aufzuregen. Der Kleine kam langsam aber dennoch zielstrebig auf das Haus zu.
“Guten Tag!” sagte er ziemlich höflich für einen kleinen Katzenbengel. “Ich bin der Neue von Haus Nr. 10. Und ich wollte mal schauen, wer hier so in der Nachbarschaft lebt.”
“Ach nee! Du bist wohl gar nicht neugierig, was?” brummte Theo, immer noch unwirsch über die Störung seines Nachmittagsschlafes. “Aber das eine sag ich Dir gleich: Ich steh nicht gerade auf Besuch in meinem Revier! Und schon überhaupt gar nicht auf unangemeldeten!”
“Tschuldigung,” sagte der Kleine glucksend. “Ich dachte nur, es wäre nett, sich einander vorzustellen. Aber ich will natürlich nicht aufdringlich sein!” flötete er, drehte sich um und trabte stolz die Einfahrt wieder hinunter.

Na ja, ein bisschen leid tat es Theo ja, dass er so abweisend war, aber da könnte ja jeder kommen und sein Reich inspizieren! So ging das schließlich nicht... Und wo kam der überhaupt her, der “Neue”?? Haus Nr. 10 - hhm, waren das nicht die Schlömanns, die immer so freundlich waren, ihm ein bisschen Putenbrust auf die Terrasse zu legen, wenn selbige auf ihrem Speiseplan stand? Na großartig! Nun hatten die also einen kätzischen Untermieter, dann würde er sich seine Putenbrust von nun an wohl abschminken können. Und dann die dicke Eiche, die in Schlömanns Garten stand - sein Lieblingsbaum!!! Kein Baum weit und breit ließ sich soooo gut besteigen! Und an dem würde sich von nun an der kleine Lümmel sein Krallen wetzen... Das war ja wohl die Höhe! Schließlich gehörte Schlömanns Garten in SEIN Revier! Er würde sofort durch den verschneiten Garten marschieren, um dem Bengel zu zeigen, dass hier kein Platz für ihn war. Der sollte sich gefälligst ein anderes Zuhause suchen, anstatt sich bei SEINEN Schlömanns einzunisten. Gab doch auch noch andere Straßen in diesem Stadtteil!
Entschlossen erhob sich Theo von seinem geschützten Holzbriefkasten und begab sich in das sanfte Rieseln der Schneeflocken. Jetzt wurde er auch noch nass! Alles wegen diesem Bengel! Was fiel dem eigentlich ein??

Er lief durch den Nachbarsgarten, am Haus der Funkes vorbei bis zur Gasse, denn die Hausnummer 10 lag auf der anderen Straßenseite. Majestätisch schritt Theo durch den Gartenzaun und hinterließ seine Pfotenabdrücke im Schnee, auf dem Weg zum Hauseingang. Je näher er kam, um so deutlich drang ein äußerst interessanter Geruch in seine empfindsame Nase. Nun, der Lümmel war es jedenfalls nicht, soviel stand fest! Während Theo noch grübelte, wer da so betörend riechen könnte, erblickte er die Antwort auf seine Frage schon im Küchenfenster:

Sie war das schönste Katzenmädchen, das Theo je gesehen hatte! Sie musste wohl zur Rasse der Birmakatzen gehören. Wow - Theo verschlug es den Atem....
Die Kinnlade war ihm bereits heruntergeklappt und er bot einen etwas dümmlichen Anblick, als ihn plötzlich der “Neue” grinsend von der Seite ansprach:
“Wie es aussieht, hast Du es Dir wohl anders überlegt, was? Wollen wir uns nicht doch einander vorstellen?” Theo hatte es nicht nur den Atem sondern auch noch die Sprache verschlagen. “Ich....ähhh.....ich bin gekommen....um Dir zu sagen, dass.....dass.........” Er war noch immer so verzaubert von dem Anblick der Schönen, die er nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen hatte, dass er es nicht fertig brachte, dem Kleinen die Meinung zu geigen.

“Also ich bin Pepino,” flötete der Kleine munter weiter, “und das ist meine Mama, Serafina.” Er deutete mit dem Kopf zum Fenster rüber. “Ich weiß, ich sehe ganz anders aus als sie, aber ich war auch so etwas wie ein Unfall...” berichtete Pepino verschmitzt.
Theo erlangte langsam wieder seine Fassung. “Nun ja, eigentlich...” stotterte er. “Ach was, vergiss es. Mein Name ist Theo. Willkommen in der Nachbarschaft. Es ist ja schließlich Weihnachten, das Fester der Liebe. Da sollte man Besucher und Neuankömmlinge nicht fortschicken! Bitte entschuldige, dass ich so unfreundlich war!”

“Schon gut!” trällerte Pepino. “Komm rein, ich stell Dich meiner Mama vor. Sie geht noch nicht gern vor die Tür, weil wir noch neu hier sind. Aber das legt sich bald!”
Pepino hüpfte voraus durch die frisch eingebaute Katzenklappe ins Haus der Schlömanns und winkte Theo, es ihm nachzutun.

“Na dann”, dachte sich Theo, “scheint eigentlich ganz nett zu sein, der Knabe -
na ja, bei sooo einer Mutter!” Er putzte sich schnell noch einmal mit der Pfote über die Barthaare und rieb sich die Wangen, denn er wollte ja schließlich einen guten Eindruck hinterlassen bei Serafina!

© Birgit Lötzerich, www.katzeninfo.com
(Abdruck ohne Ausnahmegenehmigung der Verfasserin untersagt!)

Karo 

Alles eine Frage der Priorität...

Es war kurz vor Weihnachten. Draußen schneite es heftig und die Dämmerung hatte längst eingesetzt. Mit einer heißen Tasse Tee neben sich auf dem Schreibtisch saß Michael an seinem Computer, wie so oft in letzter Zeit. Na ja, er hatte sich eben mächtig hineinzuknien, wenn er seine Doktorarbeit bald fertig bekommen wollte. Und er hatte da so seine Vorstellungen, was die Definition des Wortes “bald” anging! Da blieb nicht viel Zeit für andere Dinge. Um genau zu sein, eigentlich gar keine.

Es war ewig her, dass er sich zum Beispiel die Zeit genommen hatte, mit ein paar Freunden auszugehen oder dass er mal im Kino gewesen war. Und normalerweise dachte er auch nicht darüber nach, aber heute...heute war ihm doch ein wenig komisch zumute. Weihnachten stand vor der Tür - das Fest der Familie. Seine Familie war weit weg, und er hatte seinen Eltern mitgeteilt, dass es ihm nicht möglich war, in diesem Jahr Weihnachten in seinem Elternhaus zu verbringen. Klar, es tat ihm leid, dass seine Mutter ein wenig traurig darüber war, aber die Arbeit ging halt zur Zeit einfach vor.

Hhm - als er so darüber nachdachte, wurde ihm bewusst, dass er in gewisser Weise bereits ein wenig vereinsamt war. Es war schon eine Weile her, dass er in dieses Haus gezogen war, und die Leute aus der Nachbarschaft hatte er bisher nicht kennengelernt, denn er hatte ja nur seine Arbeit im Kopf. Wie sagt man doch gleich: Zeit ist Geld. Und wenn man etwas erreichen will im Leben, dann muss man eben Prioritäten setzen, oder etwa nicht?

Trotzdem, so kurz vor Weihnachten... Irgendwie erschien da alles in einem anderen Licht. Er seufzte und erhob sich aus seinem ledernen Schreibtischstuhl. Er ging zum Fenster und sah auf die Straße hinaus. Überall in den Fenstern schimmerte die Weihnachtsbeleuchtung. Es schien so, als ob das seine das einzige weit und breit war, welches nicht erleuchtet war. “Irgendwie trostlos,” dachte er, als er sich im Zimmer umblickte. Daheim bei den Eltern war das Haus immer anheimelnd dekoriert zur Weihnachtszeit.

Michael beschloss, für einen Augenblick auf die Terrasse hinauszugehen, um den Lichterglanz zu genießen. Draußen wehte ein kalter Wind, und es war eigentlich ganz still, wären da nicht ein paar Häuser weiter ein paar Teenager gewesen, die lachend auf der Straße herumtollten. Aber Michael beachtete sie nicht weiter, denn irgend etwas anderes hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Dort drüben neben der Terrasse, hatte sich da nicht eben etwas bewegt?

Da! In der Dämmerung erkannte Michael eine zierliche, bunte Katze. Neugierig kam sie auf Michael zu. Er wollte sich gerade bücken, um sie vielleicht zu streicheln, wenn sie nahe genug herankäme, als ihn plötzlich und unerwartet einige laute Schläge zusammenfahren ließen. Es klang wie eine Salve von Kanonenkugeln!
Die Kids auf der Straße waren derweil näher gekommen und hatten fast unmittelbar vor dem Nachbarhaus einige Silvesterknaller losgelassen, die bereits im Supermarkt um die Ecke verkauft wurden. Sie machten sich einen Spaß daraus, dass die ganze Straße im Schall der Feuerwerkskörper hallte.

Als Michael den Schreck überwunden hatte, wurde ihm klar, dass er nun ein Problem hatte: Die Katze hatte sich nämlich genauso erschreckt wie Michael und war schnurstraks durch die offene Terrassentür in Michaels Appartement geflüchtet, und dort unter dem Sofa verschwunden. Michael beschloss, zunächst einmal die Türe zu schließen, da die Knallerei dort draußen noch kein Ende zu finden schien. Es sollte sich erst einmal in Sicherheit wägen, das Kätzchen, dann würde es schon wieder unter dem Sofa hervorkommen.

Doch weit gefehlt! Die Katze schickte sich keineswegs an, ihren Zufluchtsort wieder zu verlassen. Alles Locken wollte da nicht helfen. “Na prima,” sagte Michael resignierend zu der Katze hin. “Das hab ich nun von meinen Grübeleien! Ich müsste dringendst arbeiten, und statt dessen liege ich hier unter dem Wohnzimmertisch und versuche, eine völlig fremde Katze hervorzulocken! Es gefällt Dir wohl unter meinem Sofa, was?” Michael musste zugeben, dass die Katze ihm gefiel. Sie hatte überwiegend weißes Fell, welches vereinzelt mit roten und schwarzen Tupfen geziert war. Irgendwo hatte er mal gehört, dass dreifarbige Katzen immer weiblich sind, und so schmunzelte er, als er zu der Katze sagte: “Na dann - willkommen in meiner Junggesellenbude, kleines Mädchen! Du bist seit meinem Einzug hier das erste weibliche Wesen, das mich besucht!”

Draußen war es inzwischen wieder ruhig geworden, und während Michael noch so unter dem Tisch liegend mit der Katze plauderte, hörte er draußen eine Stimme rufen: “Kessy, kleine Kessy...wo bist Du nur?!” Schnell kroch er unter dem Wohnzimmertisch hervor und eilte zur Terrassentür. Draußen vor dem Haus lief eine junge Frau aufgeregt über die Straße und rief immer weiter nach ihrer Kessy. “Entschuldigung”, unterbrach Michael sie. “Suchen Sie vielleicht eine kleine bunte Katze?” “Ja”, sagte die junge Frau, “haben Sie sie gesehen? Sie hat panische Angst vor Feuerwerk, daher würde ich sie auch an Silvester niemals rauslassen, aber leider gibt es ja immer ein paar Kinder, die schon Tage vorher ihre Knaller loslassen!”

Michael schmunzelte und sagte der jungen Frau, dass sie Kessy unter seinem Sofa finden würde. Die junge Frau eilte herein und warf einen hoffenden Blick unter das Sofa. Erleichtert seufzend setzte sie sich auf den Teppich, nachdem sie festgestellt hatte, dass es sich tatsächlich um Kessy handelte. Dann berichtete sie Michael, dass sie erst vor einigen Wochen in das Haus nebenan gezogen sei. Kessy durfte sie natürlich in der ersten Zeit noch nicht rauslassen, da sie sich ja erst an die neue Umgebung gewöhnen musste. Doch seit ein paar Tagen war Kessy nun einfach nicht mehr zu halten. Sie wollte unbedingt ihr neues Revier erkunden, und so hatte die junge Frau ihr schließlich die Tür geöffnet.

“Aber, vielleicht darf ich mich erst einmal vorstellen, mein Name ist Sabine Reichhard”, sagte sie und streckte Michael die Hand entgegen. “Freut mich, Sie kennenzulernen!”, entgegnete er. “Ich heiße Michael Rauscher...Darf ich Ihnen vielleicht eine Tasse Tee anbieten, während Kessy sich wieder abregt?”, grinste er die junge Frau an. “Das wäre sehr nett, denn mir ist schon etwas kalt geworden, bei der Suche nach Kessy!”

So verbrachten sie den Rest des Abends gemeinsam bei Tee und ein paar Knabbereien. Kessy war irgendwann unter dem Sofa herausgekrochen und hatte es sich bei Sabine auf dem Schoß bequem gemacht. Noch immer rauschte der Computer drüben auf dem Schreibtisch, aber Michael schien ihn offensichtlich ganz vergessen zu haben. Sie plauderten so angeregt, und es war einfach viel zu gemütlich, um jetzt an die Arbeit zu denken...

Als er Sabine und Kessy dann irgendwann zur Tür begleitet hatte, beschloss er, dass er die Arbeit nicht länger über sein Leben herrschen lassen wollte. Er musste dieser kleinen bunten Katze geradezu dankbar sein, dass sie im richtigen Moment auf seiner Terrasse erschienen war, um ihm bei dieser Entscheidung zu helfen. Das Leben war eine Zeitlang einfach so an ihm vorbeigerauscht. Er hatte sich nichts Schönes gegönnt, hatte seinen Freundeskreis vernachlässigt und wollte sich sogar schon Weihnachten versagen. Und wäre diese kleine Katze nicht gewesen, hätte er auch Sabine heute nicht kennengelernt, und das wäre doch sehr bedauerlich gewesen... Denn wer wußte schon, wie sich diese nette Bekanntschaft noch entwickeln würde...

So grinste er freudig vor sich hin, während er den Telefonhörer abnahm und die Nummer seiner Eltern wählte. “Hallo Mama”, sagte er, ”Du kannst das Gästezimmer herrichten, ich werde über die Weihnachtstage nun doch nach Hause kommen!”

© Birgit Lötzerich, www.katzeninfo.com
(Abdruck ohne Ausnahmegenehmigung der Verfasserin untersagt!)

Karo 

Kätzische Adventsfeier

Es war mitten in der Nacht. Hätte man auf die Lichttaste des Weckers gedrückt, der neben dem Bett der Menschen stand, hätte man die Ziffern 2.40 gesehen. Aber es drückte natürlich gerade niemand auf die Lichttaste, denn die Menschen schliefen tief und fest. Das heißt, man konnte ja noch mal nachsehen... Vorsichtig kitzelte Mimi Dosines Ohr, welches unter der Decke hervorlugte, mit der Pfote. Ha! Sie hatte Recht: tief und fest! Also gab es nichts mehr zu überlegen. Raus aus dem Bett und hinunter zu diesem verlockenden Etwas.

Das Etwas stand mitten auf dem Esstisch im Erker. Es roch so gut! Sie war fest entschlossen, sich erst einmal eine Nase von diesem wunderbaren Duft zu gönnen, bevor sie irgendetwas anderes tun würde. “Hey, wo willst Du denn hin?”, fragte Fritzi, der gerade wach wurde, als sie über ihn stakste. “Ach, ich will nur mal kurz nach unten, schauen, ob alles in Ordnung ist...” Scheinbar belanglos kam die Antwort. Aber das zog nicht bei Fritzi. “Pah! Gib zu, Du hast nur gewartet, bis sie eingeschlafen sind!” “Gewartet womit?” Mimi bemühte sich, völlig ahnungslos zu klingen. “Na damit, das Ding zu plündern...”, antwortete Fritzi besserwisserisch. “Welches Ding? Ich weiß gar nicht, wovon Du redest!”, gab Mimi etwas schnippisch zurück und schlenderte zur Treppe. Er war natürlich sofort hinter ihr, und so trabten sie gemeinsam eine Etage tiefer. Schon auf der Hälfte der Treppe konnten sie den Esstisch sehen und trauten ihren Augen nicht: Gerade sahen sie noch Sammy schuldbewusst von einem der Stühle springen, und auf den beiden anderen sahen sie Luca und Semira, sichtlich bemüht, völlig gelangweilt in eine andere Richtung zu sehen. Dabei war doch jedem völlig klar, was sie da taten.

Sie hatten es auch auf das gut riechende Ding abgesehen!
Es war Luca, der das Schweigen brach: “O.k., Ihr habt uns erwischt! Aber wir Euch ja wohl genauso! Also hören wir doch auf uns gegenseitig was vorzumachen und sehen wir uns das gute Stück gemeinsam näher an!” Mit einem Satz war er auf dem Tisch.

Da stand es in seiner Pracht, verziert mit lauter kleinen, verlockenden Spielzeugen. Einige dieser Spielzeuge kannte Luca. Zum Beispiel die Dinger, die die Menschen immer anzündeten, damit es heller im Raum würde. Kerzen nannten sie das, soweit er wußte. Und da lag auch etwas, was man essen konnte - nein, nicht er, aber die Menschen aßen es für gewöhnlich: ein Apfel. Aber dann waren da noch einige andere interessante Dinge, die er nicht kannte. Zum Beispiel diese lustigen, braunen Dinger, die die Form von kleinen Bäumchen hatten. Oder die kleinen braunen Sternchen, die so stark nach Gewürzen rochen.

Die anderen waren ihm längst auf den Tisch gefolgt, und hatten das Etwas ins Wanken gebracht. Ups, da kullerte plötzlich eines der kleinen Spielzeuge herunter auf den Tisch - von ganz allein...ehrlich! Er hatte nichts getan! Die anderen nickten: Sie würden beschwören können, dass es nicht Lucas Schuld war! Ganz klar!

Semira schmetterte das Teilchen gekonnt mit ihrer Rechten vom Tisch, wie es selbst eine Steffi Graf nicht besser hätte hinbekommen können. “Suuuper”, jubelte Fritzi, und hechtete hinterher. Er stand ja mehr auf Fußball als auf Tennis, und so bemühte er sich, das Ding mit einem geübten Schuss á la Beckenbauer zwischen die Stuhlbeine ins Tor zu befördern.
Zum Glück war es keines der kleinen braunen Bäumchen, denn das hätte unter Garantie soviel Lärm gemacht, dass die Menschen aufgewacht wären...

Im selben Moment preschte Mimi quer über den Tisch, denn sie hatte den Kampf mit einem dünnen Strohfetzen aufgenommen und wirbelte das fadenartige Teil durch die Luft.
“Du entkommst mir nicht!”, zischte sie siegessicher.

Sammy, der ja von jeher etwas gemächlich war, saß lächelnd etwas abseits und beobachtete das lustige Treiben. Doch gerade als es so richtig spaßig wurde, beging Fritzi einen folgenschweren Fehler: Er hatte gerade eines der klitzekleinen Spielzeuge unter Inanspruchnahme all seiner Geschicklichkeit mit den Zähnen aus dem gut riechenden Etwas gepflückt und trug dieses nun in gewohnter Manier voller Stolz mit einen lauten “Beutegeheul” durch das Wohnzimmer...
Das hätte er lieber bleiben lassen, denn sogleich erklang die Stimme der Doseline: “Was ist denn da unten los?” Ein paar Sekunden später stand sie bereits, sich den Schlaf aus den Augen reibend, im Erdgeschoss. “Ich glaube wohl, Euch geht es zu gut!!!”, schimpfte sie, sammelte die schönen Spielsachen ein und verfrachtete das immer noch gut riechende aber doch stark in Mitleidenschaft gezogene Etwas in die Küche.

Aus war die schöne Adventsfeier... Ertappt huschten Fritzi und Mimi die Treppe zum Schlafzimmer hinauf, während die anderen sich ins Wohnzimmer schlichen, um der immer noch schimpfend vor sich hinbrummelnden Dosine zu entgehen.

“Aber hat doch Spaß gemacht, nicht wahr?!”, flüsterte Fritzi noch eben zu Mimi hinüber, bevor sie beide die Augen schlossen, um sich nach diesem berauschenden Fest nun etwas Ruhe zu gönnen...

© Birgit Lötzerich, www.katzeninfo.com
(Abdruck ohne Ausnahmegenehmigung der Verfasserin untersagt!)

Karo 

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Karo 

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(Letzte Änderung dieser Seite: 23 Juli, 2015)


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