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Katzenschänder-Prozess in Oberhausen

Auch wenn dieser Prozess bereits eine Weile zurück liegt, möchten wir diese Fakten dennoch zur Warnung aller Katzenfreunde weiter hier veröffentlichen, da wir erstens davon ausgehen, dass die Machenschaften dieser Unmenschen noch weiter laufen und zweitens wissen, dass es viel zu viele Menschen gibt, die sich gar nicht vorstellen können, dass es so etwas Grausames überhaupt gibt. Viel zu viele Katzen werden ohne Überprüfung der Verhältnisse und ohne Schutzverträge abgegeben. Dieser Fall zeigt, dass man den Menschen immer nur vor den Kopf schauen kann, aber nicht hinein! Die armen Tiere hatten es auszubaden. Leider alles andere als Einzelfälle!

Bevor wir  vom Prozessverlauf berichten, hier eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse, die zur Anklage führten:

Die Horror-Chronik

September 98
Frau H., Arzthelferin in Bottrop, wohnhaft zusammen mit Herrn M., erwirbt Maxi, ein kleines Katerchen (5 Monate) vom TH Bottrop. Er ist total fit...kerngesund. Frau H. macht einen normalen Eindruck, wirkt unscheinbar.

Oktober 98
Weil angeblich Herr M. mit Katerchen Maxi nicht zurecht kommt, erwirbt Frau H. im Austausch Kater Tommy, 4 Monate alt. Anfangs bemerkt niemand den Zustand von Maxi, gegen Abend musste er zum Doc. Sein Allgemeinzustand ist so schlecht, dass es eine Erlösung bedeutet, ihn einzuschläfern. Er wirkt traumatisiert und hat eine Mundverletzung, der zu diesem Zeitpunkt noch keiner nachgeht.

Dezember 98
Frau H. ruft im TH an und erzählt Tommy hätte sich verkrochen und käme nicht mehr heraus. Er sei wohl verletzt. Eine ehrenamtliche Helferin vom Tierheim fährt hin und holt  ihn dort raus. Er wirkt traumatisiert und ist unterkühlt. Er kann nur noch eingeschläfert werden. Der Tierarzt handelt richtig und schickt das Tier zur Obduktion ein. Resultat: Verschiedene Blutergüsse, versch. Knochenbrüche, Leberriss, Milzriss......er sieht aus, als ob ein LKW über ihn gefahren wäre.... Frau H. und Herr M. werden sofort auf die Rote Liste gesetzt und an weitere TH und Tierschutzorganisationen gemeldet. Da dies sich manchmal als schleppend erweist, schafft es das Pärchen dennoch, sich 2 neue Katzen zu holen.

Januar 99
Frau H. erwirbt das Katzenpärchen Luna und Sina bei einer Tierschutzorganisation  in Dinslaken. da der Verein informiert wird, werden die Tiere innerhalb einer Woche wieder zurückgeholt. Beide Tiere waren in einem traumatisch, apathischen Zustand. Luna hat keine weiteren Verletzungen. Sina steht unter starkem Schock und ist schwerverletzt. Ihre Unterlippe ist 0,5 cm vom Unterkiefer ABGERISSEN! Diese Verletzung stammt nicht von einer Keilerei mit Artgenossen! (Sie überlebt und beide finden ein schönes neues Heim.)  Die Arme von Herrn M. weisen Kratzer auf, die von beiden Tieren stammen sollen Natürlich werden diese Personen zu den Vorfällen befragt, wie es zu den Verletzungen  kam und so. Die Antworten lauten: Die Tiere seinen alle von verschiedenen Möbeln gefallen u.a. Kratzbaum. (Wie hoch sind deren Möbel??? Und Sina ist dann wohl mit der Unterlippe hängengeblieben???) In Deutschland gibt es viele kleine TH. Und nicht alle sind überall bekannt, um sie ein einer solchen Situation vorzuwarnen. So erging keine Warnung an das  TH in Meschede.

Februar 99
Frau H. erwirbt Kätzchen Lissy im TH Meschede.

März 99
(keine Woche später) Frau H. geht mit Lissy zum Tierarzt. Die Katze ist in so üblem Zustand, dass sie ihr Köpfchen nicht mehr heben kann. Sie wirkt traumatisiert und apathisch. Der Arzt verabreicht Vitamine zum Aufbauen, rät zum Einschläfern aber Frau H. weint und nimmt Lissy wieder mit. Diese Vitamine können aber keine Wunder erbringen. Lissy ist zu dem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage sich fortzubewegen!!!!!

(2 Tage später)
Frau H. wieder beim Arzt. Lissy geht es wesentlich besser, steht sogar, wirkt aber wie in Trance !!!!!

(3 Tage später)
Lissy ist tot! Angeblich irgendwo runtergefallen.

In der Zwischenzeit wird vom Tierschutz Anzeige erstattet, ohne dass man von Lissy weiß. Alles läuft über die Staatsanwaltschaft Duisburg......ewig lange.

Mai 99
Frau H. versucht eine Katze im TH Borken zu bekommen, die TH-Mitarbeiterin sind jedoch gewarnt und sie bekommt keine.


(An dieser Stelle klafft eine Lücke bis Oktober 99.... Es ist jedoch nicht anzunehmen, dass das Paar tatsächlich eine “Pause eingelegt” hat!!!)


September 99
Endlich erhebt die Staatsanwaltschaft DU öffentliche Klage gegen BEIDE! Diese ..... behaupten tatsächlich, dass sie nur kranke Tiere von den verschiedenen Vereinen bekommen hätten.

Oktober 99
Frau H. erwirbt eine 13 Wochen alte Norwegische Waldkatze. Ihr Name war Wiebke. 4 Tage später ist sie tot. Angeblich ist Wiebke auf der Jagt nach Maus hinter einen Schrank gefallen und hat sich dort an einigen Kabeln erhängt!!!!

Im Park gegenüber der Tierquälerwohnung wird eine tote Katze gefunden. Ausgeblutet, die untere Gesichtshälfte fehlt. Neben ihr liegen große Steine, ein Kreuz aus Ästen und weiße Handschuhe.

Und dann die Mitteilung über den Besitz einer neuen Katze. Es taucht die Kripo in der Wohnung des Paares auf, in der Francis, ein junger  Norwegischer Waldkater, in apathisch in seinem Klo liegt. Durch ein Telefonat mit dem Anwalt des Paares verunsichert, verlässt die Kripo unverrichteter Dinge die Wohnung. Das Paar bringt Francis in die Tierklinik Kaiserberg. Er ist ausgetrocknet, apathisch, traumatisiert und hat eine Unterkieferverletzung!!!!

Durch Rumtelefoniererei bekommen Tierschützer Wind davon, wo der Kater ist und wollen ihn in Sicherheit bringen, aber der Gegenanwalt erzwingt die Herausgabe des Katers.... Für sehr lange Zeit weiß niemand etwas über seinen Verbleib, mal heißt es, er sei in Sicherheit mal wieder nicht... Übers Internet wird geforscht, wo der Kater geblieben sein kann und welche Kenntnisse es in Sachen Tierpornographie gibt....

Karo

Tierschützer von überall her versuchen, die Medien aufzurütteln (RTL,SAT1,Pro7),
die haben aber alle kein Interesse daran!!!!!!! Wohl nicht blutig genug....

Währenddessen beginnt der Prozess in Oberhausen....


 Prozess im Januar 2000:

“Inzwischen hat der Prozess gegen Bianca H. und Christian M. stattgefunden (und zwar am 27.01.2000), wurde jedoch leider erst einmal vertagt, da der Prozess lt. der Richterin ganz von vorn aufgerollt werden müsse. Alle Zeugen werden erneut geladen und müssen ihre Aussagen wiederholen, da die Verteidigung beantragt hatte, dass der Hauptzeuge, ein Bottroper Tierarzt, nicht von seiner Schweigepflicht entbunden werden dürfe.” (Anmerkung von uns: Inzwischen soll aber bereits feststehen, dass die Tierärzte aussagen müssen...) “Angeblich habe die Verteidigung Zeugen, die aussagen können, dass der Kater Thommy (eines der vielen Opfer) unter Orientierungsstörungen gelitten habe und deshalb von Fensterbänken und diversen Möbeln gefallen sei, wobei er sich schwere Verletzungen zugezogen habe. Somit wurde der Prozess vertagt...”

Wir veröffentlichten daraufhin einen Aufruf von Tierschützern, dass die Züchter von Kater Francis sich bitte melden mögen, weil man hoffte, dass diese Strafantrag stellen würden. Demzufolge könne dann auch Francis Bestandteil des Verfahrens werden, was die Chancen erhöht, dass das Pärchen verurteilt würde.

Daraufhin wurde der Absenderin des Aufrufes der Name der Züchter genannt, sowie der Tatbestand, dass dieser Name bereits seit längerem in Züchter- und Tierschutzkreisen bekannt gewesen sei. Dies stimmte uns nachdenklich, weil wir uns fragten, warum es dann nicht zu einer Stellungnahme der Züchter gekommen ist - es schien uns zu diesem Zeitpunkt, als ob diese nicht an einer Aufklärung interessiert seien oder die Täter vielleicht sogar noch decken wollten, was wir nicht hätten verstehen können und wollen!

Inzwischen hat jedoch ein Telefonat mit der Züchterin persönlich stattgefunden, in welchem diese uns gegenüber aussagte, dass sie inzwischen Strafantrag gestellt habe.
Sie sagte außerdem, dass sie bisher geglaubt habe, dass bereits Strafantrag von seiten des Polizisten gestellt worden sei, der den Kater in der Wohnung aufgefunden hatte. Außerdem habe sie eigentlich lt. der Polizei rechtlich keine wirkliche Handhabe, weil keiner beweisen könne, dass das in der Wohnung aufgefundene Tier der von ihr ursprünglich an jemand anderes verkaufte und von dort an das Pärchen weitergegebene Kater Francis sei. Es könne sich hierbei ja auch um ein ganz anderes Tier gehandelt haben.

Auf unsere Frage, wie denn Francis “über Umwegen” zu dem Pärchen gekommen sein, berichtete die Züchterin uns, dass die ursprüngliche Käuferin ihn nicht behalten wollte und telefonisch gebeten habe, ihn abgeben zu dürfen. Das Pärchen wurde der Züchterin von ihrer Bekannten (ebenfalls Züchterin) empfohlen, die bereits ein Kitten an das Pärchen verkauft hatte, welches jedoch nach einigen Tagen hinter dem Schrank erstickt sei.
Unserem Unverständnis, dass nach einem solchen Vorkommen überhaupt noch ein Tier an die Leute gegeben wurde, egal ob weitere Umstände bekannt waren oder nicht, entgegnete die Züchterin, dass das Pärchen sehr vertrauensvoll gewirkt habe, dass Frau H. sehr geweint hätte über den Tod des Kittens, und dass man ja nicht gleich an Tierquälerei denkt, wenn so etwas geschieht, sondern an einen Unfall geglaubt habe...

(Unfall hin oder her  - unserer Ansicht nach, sind Menschen, denen ein 13 Wochen altes Kätzchen nach vier Tagen “auf Mäusejagd” hinter dem Schrank erstickt, ganz offensichtlich nicht in der Lage, eine Katze verantwortungsvoll zu halten und zu umsorgen...
So jemandem würden wir persönlich kein zweites Mal ein Tier anvertrauen!!

Die Züchterin gab uns gegenüber an, dass Francis inzwischen von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden und nun - so habe man ihr von Seiten der Staatsanwaltschaft versichert - in guten Händen sei. Genaueres sei ihr bisher noch nicht bekannt, sie sei aber bemüht, Näheres in Erfahrung zu bringen... Sie wisse selbst nicht, wo genau Francis untergebracht sei.

Weiterhin habe der von ihr aufgesuchte Anwalt ihr mitgeteilt, dass der seinerzeit aufgesetzte Vertrag und die darin enthaltene Klausel bezüglich einer Weitergabe “Auslegungssache” sei und sie daher wohl kein Recht auf Herausgabe des Tieres erhalten würde.

Die Züchterin äußerte zudem ihr Entsetzen darüber, was nun alles an Gerüchten im Umlauf wäre und dass kaum jemand sie bisher persönlich angerufen oder angesprochen habe. Sie wies  darauf hin, dass sie zu einer persönlichen Stellungnahme jederzeit bereit sei, wenn man sie anrufen würde und sie nach den Umständen fragen würde.

Dies können wir insofern bestätigen, dass wir sie leicht erreichen konnten und sie uns gegenüber auch gleich zu einer Darstellung der Dinge bereit war. Auf den persönlichen Wunsch der Züchterin hin werden wir ihren Namen und ihre Telefonnummer hier nicht veröffentlichen (da sie befürchtet, dass ihr Telefon dann nicht mehr still stehen würde), aber wer über den Fall Kenntnis hat, kennt ihren Namen und kann ihre Telefonnummer bei der Auskunft erfragen.

Bleibt festzustellen: Leider flossen die Informationen im Falle Francis wohl weder in Tierschützer- noch in Züchterkreisen so, wie es der Sache dienlich gewesen wäre. Ein Umstand, den wir ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen können, da es doch hier einzig und allein um die Verurteilung des Pärchens gehen müsste und nicht um irgendwelche Rang- und Machtfragen...

Jedenfalls scheinen sich hier einige Gerüchte ergeben zu haben, und kaum einer weiß genau, was wirklich der Wahrheit entspricht. Auch können wir hier nicht alle Einzelheiten des Telefonates aufführen. Daher: Nehmt das Angebot der Züchterin an, sie persönlich anzurufen, wenn Ihr wissen wollt, was von ihrer Seite her abgelaufen ist!

Nachtrag im November 2000: ES GIBT NEUIGKEITEN!!!

Es soll angeblich schon wieder drei Opfer gegeben haben, wie einer der ehemals betroffenen Züchterinnen nach eigenen Aussagen telefonisch vom Katzenschutz mitgeteilt wurde.

Gott sei Dank ist es endlich soweit: Der Prozess beginnt von Neuem ! Hier die Daten:

Am 8.12.2000 um 10:00 Uhr ist neuer Gerichtstermin !
Amtsgericht Oberhausen Raum 126 (1.Etage)

Verschoben auf den 26. Januar 2001!


Nachtrag im Januar 2001: Der Prozess fand statt!!

Am Freitag, den 26.01.2001, 10.00 Uhr wurde nun der Prozess beim Schöffengericht (Amtsgericht) Oberhausen fortgesetzt. Conny Köster protokollierte wie folgt:

26.01.01, 10.00 Uhr, Protokoll zum 3. Verhandlungstag gegen Christian M. und Bianca H., vor dem Amtsgericht Oberhausen.

Zunächst die Daten der beiden Angeklagten:

Bianca H., geb. 14.11.76, Fachoberschulreife, gelernte Arzthelferin, jetziger Beruf Altenpflegerin.
Christian M., geb. 01.10.71, Hauptschulabschluss, gelernter Elektroinstallateur, dann Kraftfahrer, seit 14.11.00 arbeitslos.

Beide Personen nicht vorbestraft.
Es stehen zwei Anklagen im Raum.

Anklage 1:

Beide Personen stehen im Verdacht  im Zeitraum von Okt. 98 bis März 99 mehreren Katzen (Wirbeltieren) erhebliche Verletzungen zugefügt, bzw. ein Wirbeltier, ohne vernünftigen Grund getötet zu haben. Bei den Verletzungen dreht es sich um Unterhautabriss im Schädelbereich, Leberkapselriss, toxisch bedingte Hämatome, Lungenödeme usw. Der Staatsanwalt berichtet über einen Norwegischen Waldkater, der sich Mitte Okt. 98 im Besitz von besagtem Paar befunden hat. Sie ließen das Tier trotz einer Unterkieferfraktur unversorgt in der Wohnung liegen. Es wurden heute nicht alle Katzenfälle verhandelt und manche Zeugenaussagen betrafen auch mehrfach ein und dasselbe Tier. Von jetzt an beginnen die Zeugenaussagen, auch wenn sie doppelt und dreifach erscheinen.

Zeugin Frau Dr. H., ehemalige Arbeitgeberin von Bianca H.

Es geht um die beiden Kater „Maxi“ und „Thommy“, welche aus dem TH Bottrop stammen. Kater „Maxi“ bekam Bianca H. im Oktober 98 aus dem TH Bottrop im Alter von ca. 5 Monaten. „Maxi“ reagierte gegenüber Christian M., aggressiv, wurde daraufhin kastriert und plötzlich unsauber. Er wurde zurück ins TH Bottrop gebracht. Dafür wurde am 11.11.98 aus dem TH Bottrop der Kater „Thommy“ geholt. Frau H. erzählte ständig in der Praxis über die Tiere, Sie rief mich sogar nach Feierabend abends an, was ich als lästig empfunden habe. Am 02.12.98 war ich selbst in der Wohnung von Frau H.. Sie hatte mich eingeladen, weil Frau H. erst seit August dort gewohnt hat. Wir hatten immer ein offenes Verhältnis. Über eine Krankheit von „Thommy“ hat mir Bianca H. nichts erzählt. Als ich dann  dort war, bemerkte ich, dass „Thommy“ nicht laufen konnte und er Fieber haben musste. Wir fuhren zu Dr. K.. Der selber war nicht anwesend, jedoch eine junge Tierärztin. Sie meinte, dass eine Verletzung im Beckenbereich vorliegen müsse und fragte Bianca H. intensiv, ob der Kater vielleicht eine Verletzung durch einen Sturz haben könne. Da dies von Bianca H. ausgeschlossen wurde, wurde der Kater auch nicht geröntgt. Der Urin wurde untersucht, ohne Ergebnis. Die Tierärztin tippte auf eine Analdrüsenentzündung. Am nächsten Tag ging Bianca H. mit „Thommy“ zu Frau Dr. G..

Wie gesagt, es geht hier nur um die Aussage der ehemaligen Arbeitgeberin von Bianca. H.. Sie wußte über viele Details Bescheid und sagt nur das, was Bianca H. ihr erzählt hat. Eine Woche vor Weihnachten kam die Mitarbeiterin des TH Bottrop, Frau C. in die Wohnung von Bianca H.. Sie bemängelte wohl, dass der Kater so krank war und das Christian M. ,Kratzspuren an den Handrücken gehabt habe. Ihm sei eine Sprudelflasche heruntergefallen. Herr Christian M. machte eh immer einen Bogen um mich, ich weiß nicht, warum. Ich  hatte den Eindruck, dass Bianca H. mich auf ihre Seite ziehen wolle, da sie immer nur kranke Tiere aus dem TH bekommen habe und in mich eine Art „Fürsprecherin“ gesehen hat. Ich bin Mitglied in einigen Tierschutzorgansationen. Dann erzählte mir Bianca H., dass „Thommy“ neurologische Ausfallserscheinungen zeigen würde, er hatte eine Beule am Kopf, die von Dr. K. punktiert worden ist. Danach hat sich „Thommy“ nicht mehr erholt, er hatte plötzlich einen Unterschenkelhalsbruch und wurde am 04.01.99, eingeschläfert.

Am 09.01.99 bekam Bianca H. zwei Katzen von der Organisation „Menschen für Tiere“, Dinslaken, „Sina“ und „Luna“. Nach kurzer Zeit waren beide Tiere erneut krank. Am 15.01.99 kam Christian M. in meine Praxis, um seine Freundin abzuholen. Das hat er eigentlich nie gemacht. Er wollte sich bedanken, dass ich  mit „Thommy“ zum Tierarzt gefahren war. Mir fiel auf, dass er beide Hände auf den Rücken hielt. Während des Gespräches, zeigte er jedoch die Hände. Ich erkannte sofort etliche Kratzspuren auf den Handrücken, Kratzer, die 2 - 5 Tage alt waren, also unterschiedlich. Teilweise waren sie verkrustet, teilweise frisch oder entzündet. Er sagte, dass ihm eine Kiste Wein oder Sprudel zerbrochen wäre. Bianca H. beschwerte sich, dass sie schon wieder kranke Katzen von einer Tierschutzorganisation bekommen hätte. Ich sagte, dass sie die Tiere in die Praxis bringen solle. Zwischenzeitlich telefonierte ich mit Frau Toten....., von „Menschen für Tiere“, Dinslaken. Ich  sagte, dass man die beiden Katzen hier abholen könne, die sich aber in einem schlechten Zustand befinden würden. Bianca H. kam also mit einem Korb. Darin befanden sich „Sina“ und „Luna“, die völlig bewegungslos in dem Korb lagen. Die Tiere wurden durch Frau Toten...., zum Tierarzt gebracht, das war der 16.01.99. Am 15.01.99 erhielt telefonisch das Obduktionsergebnis von dem Kater „Thommy“. Ich habe Bianca H. darauf angesprochen. Sie hat alles abgestritten, sie hat immer nur kranke Katzen bekommen. Ich fragte, ob der Freund etwas damit zu tun hat, Sie verneinte das, beschuldigte jedoch  Ihren Vermieter, der immer noch einen Schlüssel zu dieser Wohnung besäße. Ich weiß noch, dass danach eine Katze „Lissy“, aus dem TH Meschede folgte, die nach einer Woche eingeschläfert werden musste. Die Katzen „Sina“ und „Luna“ wurden durch Frau Toten...., zum Tierarzt E... gebracht.

Zeugin Frau Tooten.... „Menschen für Tiere“:

Ich rief am 05.01.99 bei Bianca H. an, nachdem ich vom TH Bottrop, gewarnt worden bin. Ich versuchte unter einem fadenscheinigen Grund die Katzen „Sina “ und „Luna“ aus der Wohnung von Bianca H. herauszuholen. Ich fand auf meinem Handy eine Nachricht von Frau Dr. H., ehemalige Arbeitgeberin von Bianca H., dass sich die Katzen in Ihrer Praxis befänden und ich sie abholen könne. Die Tiere würden sich allerdings in einem ganz schlimmen Zustand befinden. Es war Samstag, ich brachte zusammen mit meinem Mann beide Tiere zu Dr. E.. Als ich in den Korb guckte, fand ich etwas vor, was in nur 7 Tagen, nie passiert sein kann, so etwas hatte ich in den vielen Jahren, noch nie gesehen. Eine abgerissene Unterlippe, ich konnte bis auf den Knochen gucken, ein verzerrtes, geschwollenes Gesicht. In der Tierarztpraxis wurde Blut abgenommen, wobei bei dem einem, verletztem Tier , erhöhte Blutwerte festgestellt worden sind.  Es drehte sich um „Sina“. „Luna“ wirkten ängstlich, sehr verstört, hatten jedoch keine Verletzungen. Nach abgeschlossener Behandlung wurden beide Tiere vermittelt. Bei einem späteren Telefonat sagte Bianca H., dass irgend etwas mit Christian M., nicht stimmen würde.
Am 18.03.99 erzählte mir der Vermieter von Bianca H. und Christian M., dass dort erneut eine Katze in der Wohnung sei, die auch schon wieder krank ist. Bianca H. ist mit diesem Tier zu Frau Dr. Ha... gefahren. Ich rief diese Tierärztin an, die mir dann erzählte, dass das Tier völlig apathisch vor ihr gelegen hätte und sie es einschläfern wollte. Bianca H. war allerdings dagegen. Am nächsten Tag erschien Bianca H. erneut in der Praxis, mit einem Tier, dem es besser nicht gehen konnte. Frau Har..... glaubte an ein Wunder. Am nächsten Tag erschien Bianca H. erneut in der Praxis mit dem toten Tier.

Zeugin Frau C., überprüft vermittelte Tiere aus dem TH Bottrop

Ich hatte abends einen Notfall und war deswegen im TH Bottrop. Ich hörte wie eine Frau auf den AB gesprochen hat und dachte, wer um diese Uhrzeit anruft, hat auch ein Problem. Ich  rief also bei der Anruferin zurück. Es handelte sich um Bianca H.. Frau H. erzählte, dass sie ein Tier aus dem TH habe, sich aber um eine zweite Katze bemühe, da sie berufstätig sei und das Tier etliche Stunden allein sei. Klang vernünftig, der Anruf hätte aber auch an den normalen Sprechzeiten getätigt werden können. Na ja, ich hatte ja zurück gerufen, darum habe ich sie auch gleich beraten. Sie erzählte mir von dem Kater „Thommy“, der vom Schrank gefallen sei und jetzt unsauber ist. Er ist jedoch nur in seiner eigenen Höhle im Katzenbaum unsauber. Ich fuhr zur Bianca H. in die Wohnung. Den Kater sah ich nicht. Er hat sich unter das Sofa verzogen. Bianca H. gelang es nicht, den Kater unter dem Sofa hervorzuholen. Ich legte mich auf den Boden und bemerkte, dass dieses Tier sich überhaupt nicht rührte. Ich holte ihn hervor und bemerkte, dass er sehr kalt war. Ich setzte ihn auf meinen Schoß. Bianca H. erzählte mir, dass sie mit dem Tier an diesem Tag noch bei Frau Dr. G..., war. Ich fragte, was diese festgestellt hätte, dass konnte mir Bianca H. nicht beantworten. Ich versuchte herauszufinden, warum sich dieser Kater in einem solch schlechten Zustand befindet, doch  ich erfuhr es nicht. Unaufgefordert zeigte mir Bianca H. Tabletten, die sie dem Kater verabreichen soll, sie schaffte es jedoch nicht. Der Kater sah aus, als hätte er Vergiftungserscheinungen. Ich fragte Bianca H. nach giftigen Pflanzen. Sie zeigte mir in der Küche einen Weihnachtsstern, der für Katzen giftig ist. Ich riet ihr, diese Pflanze wegzuschmeißen, wobei , ich weiß nicht mehr, ob es Christian M. oder Bianca H. war, die Pflanze auf den Wohnzimmerschrank stellte. Ich habe mich noch darüber gewundert. Ich habe Bianca H. noch gebeten, nachts in die Tierklinik zu fahren, was sie abgelehnt hat. Dann habe ich ihr eine kostenlose Untersuchung bei Herrn Dr. K. angeboten, das wollte sie auch nicht. Ich beauftragte eine andere Kollegin mit dem Fall. Einige Tage später erfuhr ich, dass „Thommy“ zu seiner Krankheit noch ein gebrochenes Bein hätte.
Bianca H. ging dann doch zu Herrn Dr. K... „Thommy“ kam ca. am  11.11.98 zu Bianca H.. Mein Besuch fand am 21.12.98, statt.

Zeugin Frau Dr. Ga....., Tierärztin:

Kater „Thommy“ kam am 04.12.98 mit Bianca H. in meine Praxis. „Thommy“ hatte eine Schwellung an der Schulter. Er wurde geröntgt. An seiner Schulter befand sich ein Hämatom. Am 11.12.98 kam Bianca H. erneut in meine Praxis. Das Hämatom war verkleinert. Am 21.12.98 wurde „Thommy“ erneut vorgestellt. Er hatte eine große Schwellung am Kopf, er sei gestürzt. Ich überwies Bianca H. mit dem Kater in eine Tierklinik. Sie wurde dort nicht vorstellig. Am 08.01.99 erhielt ich einen Anruf von Bianca H., indem sie mir mitteilte, dass Dr. K. den Kater eingeschläfert hätte. Er wog 2,8 kg, Verdacht auf VIP. Bianca H. erzählte, dass sie schon wieder im Besitz von 2 neuen Katzen wäre.

Zeugin Frau Dr. Har...., Tierärztin, Kater „Thommy“:

Bianca H. kam mit Kater „Thommy“ am 04.03.99 in die Praxis. Dem Kater ging es sehr schlecht. Er hatte 41 Grad Fieber und konnte nicht mehr auf seinen eigen Pfoten stehen. Ich riet Bianca H., dass Tier einzuschläfern, Sie weigerte sich. Am 05.03.99 stellte mir Bianca H. den Kater erneut vor. Ich dachte, dass Cortison bestimmt gut helfen kann, doch das, was ich jetzt sah, grenzt an ein Wunder.  Am 06.03.99 kam Bianca H. erneut in meine Praxis, mit einem toten „Thommy“. „Thommy“ soll vom Kratzbaum gefallen sein. Dieses konnte ich mir kaum vorstellen, dass Fieber sinkt, das Fieber steigt, da geht keine Katze auf einen Kratzbaum. Die Ursache des Todes soll der Sturz gewesen sein.

Zeugin Frau Schm...., ehrenamtliche Mitarbeiterin des TH Bottrop

Bianca H. bekam den 5 Monate alten „Maxi“ im Okt. 98. Nach zwei Wochen kam der Kater zurück, weil er den Partner, Christian M., angegriffen hat. „Maxi“ war auf einmal sehr scheu und ängstlich, was er vorher im TH nicht war. Bianca H. bekam den Kater „Thommy“, das war etwa Nov. 98.  Bianca H. kam gelegentlich in das TH und brachte mir Plätzchen und Blumen mit. Ich war immer nur Mittwochs im TH und betreute die Katzen. Im Dez. 98 besuchte mich Bianca. H. erneut und erzählte mir, dass „Thommy“ vom Tisch gefallen sei und sich ein schweres Hämatom am Rücken zugezogen hätte. Ich fragte sie, ob ihr Freund damit zu tun hätte. Sie erwiderte, dass sie sich auch schon Gedanken darüber gemacht und ihn befragt hätte, er es jedoch verneint hätte. Sie würde ihm glauben, da sie ihn schon lange kennen und merken würde, wenn er lügt.

Zeugin Frau Sos....., Arzthelferin von Fr. Dr. H. und ehem. Kollegin von Bianca H.

Am 15.11.98 war ich zu Besuch bei Bianca H.. Kater „Thommy“ wirkte ganz gesund, kam auf den Schoß und schmuste mit mir.

Zeuge Tierarzt Dr. K., gleichzeitig TH Arzt vom TH Bottrop, 44 J

“Maxi” und “Thommy” wurden  ihm vorgestellt. Er kann nicht mehr genau sagen, um welches Tier es sich im einzelnen handelt. Ein Tier hat er auf Herpes behandelt. Das andere Tier mit zentral nervösen Störungen. Es wurden Blutuntersuchungen auf VIP, Aids und Leukose am 30.12. 98 durchgeführt. Bei “Thommy” wurde ein erhöhter VIP-Wert festgestellt. Aus diesem Grund wurde er auch eingeschläfert.  Am 07.01.99 wurde er zur pathologischen Untersuchung nach Berlin geschickt. Am 13.01.99 erhielt ich das Ergebnis. Diagnose: Organrisse, Fraktur des unteren Vorderbeines, mehrere Hämatome, Milzblutung, Leberkapselabriss.  Frage von der Richterin, ob er die Fraktur nicht bemerkt hätte. Nein, der Kater lag “platt” auf dem Tisch, da wäre ich nie darauf gekommen.

Zeuge Herr Jörg Herrf...., 35 J., Oberhausen, Karosseriebauer

Bekannter seit Ende 1995 oder 96 von Bianca H.. Ich  habe einen schwarzen Kater gesehen, verhielt sich normal. Frage von der Richterin, ob er mehrere Katzen gesehen hat, wußte er nicht mehr zu beantworten.

Zeugin Frau Heike Do....

Abteilungsleiterin eines pharmazeutischen Großhandels, bekannt seit ca  2,5 Jahren  mit Bianca H.. Sie war im Sommer 99 das letzte Mal in der Wohnung von Bianca H.. Davor vielleicht 2 oder 3 Mal. Ich habe eine schwarze Katze gesehen, hat sich normal verhalten, ich habe die Katze 2 mal gesehen, lief ganz normal herum.

Zeugin Frau Wegner, 42 J., Verkäuferin, Coesfeld

Ist seit  3-4 Jahren , bedingt durch die Umschulung des Ehemannes, mit Christian M. und Bianca H., bekannt. Sie hat Bianca H. das letzte Mal vor 2 Jahren besucht, es war Silvester 1998 auf 1999.  In der Wohnung befand sich eine schwarze Katze/Kater? Geschlecht konnte sie nicht mehr sagen. Katze lag nur in der Ecke, hatte laut Aussage von Bianca H. Fieber. Allerdings wurde das Tier einem Tierarzt vorgestellt. Bianca H. erzählte, dass das Tier eingeschläfert wurde. Auf die Frage vom gegnerischen Anwalt, ob das Tier nur in der Ecke gelegen hätte, antwortete sie mit ja. Haben Sie das Tier vorher schon gesehen? Ja. Wie verhielt es sich da? Da lief es herum, dann war es krank und geschwächt.

Zeuge Hans Dieter Wegner, Ehemann von Frau Wegner

Hat den Kontakt zu Christian M. seit 1 ½ Jahren abgebrochen. Vorher bestand häufiger Kontakt. Er war öfter in Oberhausen, zwischen 97 und 98 . Silvester von 98 auf 99 war ich da. Ich habe mehrere Katzen gesehen, 2 die  wieder abgeholt worden sind, dann die schwarze, die vom Kratzbaum gefallen ist und noch eine andere, machte vertrauten Eindruck, lag auf Kratzbaum, stand auf, machte einen Buckel und fiel herunter. Ist angeblich vom Tierschutzverein abgeholt worden. Beim nächsten Besuch habe ich keine Katze mehr gesehen. Ca. ½ Jahr später waren wieder 2 Katzen da. Seit Feb. 2000 habe ich keinen Kontakt mehr zu M. und H.. Nov. 99 habe ich noch  Katzen gesehen. Jüngere Katzen. Ich habe aus der Presse erfahren, dass die Katze tot ist. Nach eindringlichen Fragen der Richterin, ob er selbst nach dem Verbleib der kranken Katzen gefragt hätte, hatte er erst nicht nachgefragt und dann plötzlich doch selbst nachgefragt. Ich weiß nichts mehr, ich möchte die Aussage verweigern. Die Richterin erklärte ihm dann, dass er kein Recht dazu hätte, die Aussage zu verweigern und das man ihn in Beugehaft nehmen könnte. Er hat gesehen, dass der Kater vom Katzenbaum gefallen ist und jetzt weiß er gar nichts mehr. Der Staatsanwalt glaubt ihm nicht und erweckte den Endruck, als wolle er gegen  Herrn W. ein separates Verfahren einleiten.

Zeuge Dr. Ev..., Tierarzt

Am 16.01.98 wurden mir von dem Verein “Menschen für Tiere”, zwei Katzen vorgestellt, die zuvor im Besitz von Bianca H. und Christian M. befanden. Beide Tiere zeigten Symptome von Schock. Sie zitterten stark, ein Tier war fiebrig, zeigte Anzeichen von äußerer Gewalteinwirkung. Die Unterlippe war abgerissen. Dieses Tier wurde bei mir bis zum 26.01.99 behandelt. Frage vom gegnerischen Anwalt, woran er den Schockzustand noch erkannt habe. Die Pupillen waren stark vergrößert. Kann so etwas auch durch Einwirkung von Medikamente passieren? Das ist möglich. Es wurde eine Blutuntersuchung durchgeführt und eine Muskelaktivität festgestellt, der CPK Wert, der dieses Enzym freisetzt, war erhöht. Es gibt ein Narkotikum, Getamin, welches die gleiche Wirkung hervorruft. Das wäre eine Möglichkeit, die andere wäre, dass das Tier total in die Mangel genommen worden ist. Wir haben uns damals noch keine Gedanken dazu gemacht. Wie kommt es zu der abgerissenen Unterlippe? Diese Verletzung kann sich keine Katze selbst zufügen, auch nicht, wenn sie vom Schrank fällt. Eine Katze weiß zu fallen, würde vielleicht nach einem Sturz vom Schrank, ein paar Tage humpeln, aber mehr nicht. Andere Krankheiten konnte ich während der Behandlungsdauer in meiner Praxis, nicht feststellen. Gegnerischer Anwalt: Kann es sein, dass sich die beiden Katzen so gefetzt haben, dass das eine Tier dem anderen die Unterlippe abgerissen hat? Nein, dass könnte eventuell nur ein Hund verursachen, der in die Lippe beißt und daran zieht. Dann hätten aber auch noch andere Verletzungen vorliegen müssen. Ich habe solche Verletzungen schon häufiger bei Hunden und Katzen, nach einem Verkehrsunfall gesehen, doch da gibt es dann eben noch zusätzliche Verletzungen. Meist sind die Krallen abgewetzt, das Tier wird ja oft mitgeschliffen und durch diese Rutscherei, wetzen sich die Krallen ab.
Wer hat Ihnen erzählt, dass die Katze vom Schrank gefallen ist? Niemand, habe ich auch nicht behauptet, war nur ein Vergleich. War die andere Katze klinisch unauffällig? Beide waren sehr scheu und zitterten, doch die eine Katze hatte keine Verletzungen. Kann dieser Schock nicht auch eintreten, wenn eine Katze erlebt, was mit der anderen passiert ist? Könnte sein, doch in diesem Fall nicht. Dazu zitterten beide Tiere zu stark. Ist zittern eine Stresssituation? Ja, in diesem Sinn schon. Sie sagten, dass es um eine Verletzung handelt, die durch Festhalten entsteht. Wie muss man sich das mit einem Auto vorstellen? Dabei kann das Tier vielleicht hinten an der Stoßstange hängenbleiben, der Hund beißt in die Lefze, hat dann ein Loch und zieht. Es müssen dann aber noch Abschürfungen zu sehen sein. Bei dieser Katze war es ein Abriss ohne irgend welcher Scheuerungen.

Der  Zeuge Rebbe wird zur nächsten Verhandlung, am 02.02.01, 10.00 Uhr, durch die Polizei vorgeführt.

Ende der Verhandlung: 14.30 Uhr

 

02.02.200,  Protokoll zum 4. Verhandlungstag gegen Christian M. und Bianca H.,
vor dem Amtsgericht Oberhausen, Beginn 10.30 Uhr.

Die Daten der Angeklagten wurden nicht mehr genannt. Man begann sofort mit den Zeugenaussagen. Ab jetzt kann es wieder vorkommen, dass mehrfach von ein und demselben Tier, durch verschiedene Personen, berichtet wird.

Zeuge Herr Wi...., 59 J., im Ruhestand, vorher Polizeibeamter

Bei ihm ging eine Anzeige ein über einen, gegenüber dem Haus, in dem die Angeklagten wohnten, gefundenen Katzenkadaver. Das Tier soll ausgeblutet gewesen sein. Frau R.., Vorsitzende des Tierschutzvereins Oberhausen, machte ebenfalls Angaben über einen Vorfall, der ½ Jahr zurücklag. Das Ganze fing also im Okt.99 an.
Ich nahm Kontakt zum Staatsanwalt S... auf, auf dessen Veranlassung fuhr ich am 02.11.99 zu der Wohnung der beiden Angeklagten. Ich unterhielt mich zunächst mit der Vermieterin, die mir Fotos von dem Katzenkadaver vorlegte. Dann klingelte ich an der Wohnungstür der beiden Angeklagten. Herr M. öffnete mir die Tür. Frau H. war nicht in der Wohnung. In der Küche befand sich ein Katzenklo. In dieser lag apathisch eine Katze. Sie lag einfach unbeweglich da und starrte uns mit großen Augen an. Ich äußerte, dass die Katze einen kranken Eindruck mache. Herr M. stupste sie mit den Worten an: " Na, wie geht es dir, Dicke"?. Keine Reaktion. Herr M. erklärte, dass das Tier wohl Heimweh habe, wegen des Bruders. Man überlege schon, ob man das Tier wieder umtauscht.
Am 04.11.99 war ich erneut an der Wohnungstür. Frau B. H. ließ mich widerwillig in die Wohnung, rief aber sofort ihren RA an, der dann auch erschien. Er drohte mir sofort mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Die Katze war nicht mehr da. Ich suchte telefonisch nach dem Tier bei Tierärzten und fand sie nach einigen Tagen in der Tierklinik in Duisburg. Sie sollte nach der Behandlung in das TH Mülheim gebracht werden.

Der Staatsanwalt fragte, ob er das Tier in der Tierklinik gesehen hätte, was verneint wurde.

Gegnerischer Anwalt: Ist Ihnen ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss bekannt?
Ja, ich habe Ihnen am 4.11.99 mehrfach versucht zu erklären, dass der Staatsanwalt S... gesagt habe, ich könne das Tier auch so mitnehmen, es läge Gefahr im Verzug vor. Am 02.11.99 sah ich diese Gefahr nicht. Am 04.11.99 habe ich das Tier nicht mehr gesehen.

Haben Sie am 02.11.99 Herrn RA Bran... darüber informiert? Das kann sein. Warum? Weil Herr Bran.... wohl offiziell für das TH Bottrop mit einem Fall betraut war. Hatte das Foto von dem Kadaver Ähnlichkeit mit dem Tier, was Sie am 02.11.99 in der Wohnung der Angeklagten gesehen haben? Nein, die tote Katze war wohl eine Hauskatze, das Tier in der Wohnung war eine Langhaarkatze, es soll sich um eine Norwegische Waldkatze gehandelt haben.
Zeuge wird unvereidigt entlassen.

Zeugin Sylvia Gol...., Krankenpflegehelferin, Katzenzüchterin, 40 J., Wesel

Der Kater wurde am 14.01.99 an eine Frau Fa....., verkauft. Es dreht sich hierbei um den 3 Monate alten "Francis", Norwegische Waldkatze. Das Tier war gesund. Nach ca. 1 Jahr zog Frau Fa... um und musste den Kater abgeben. Eine Kollegin von mir, ebenfalls eine Züchterin, Frau Po...., erzählte mir bei einem Telefonat, dass sie ein Tier nach Oberhausen verkauft hätte. Dieses junge Tier jedoch nach wenigen Tagen dort hinter den Schrank gefallen sei, wo Kabel lagen. Daran hat sich dieses Tier erhängt. Ich erzählte ihr von Francis und fragte, ob dieser Kater nichts für dieses Oberhausener Paar sei. Ich habe angenommen, wenn meine Bekannte schon nach Oberhausen vermittelt hat, dann sind die Leute auch o.k.. Ich informierte Frau Fa.... darüber, die sich wohl mit den Angeklagten in Verbindung gesetzt hat. Die Weitervermittlung hat wohl stattgefunden, denn ich hörte später von der Tierhilfe Dinslaken, dass sich Francis in der Tierklinik Duisburg aufhalten soll. Dort bekam ich keine Auskunft. Frau Fa... hatte den Kater mittels eines Vertrages an Frau B. H., verkauft.

Zeuge Harald Reb...., 36 J., Schlosser

Zunächst einmal wurde geklärt, warum der Zeuge zum letzten Termin nicht erschienen ist. Er ist im April 2000 umgezogen, hat sich auch umgemeldet, jedoch keine Vorladung erhalten. Der Ordnungsstrafbeschluss vom 26.01.01 wurde aufgehoben.

Er sei mit den Angeklagten befreundet. Letztes Mal hat man sich im April 2000 gesehen. Früher war er häufiger bei den Angeklagten. Sie kannten sich aus dem Club. Er kennt das Paar seit Ende 96.

Von 97 bis April 2000 war ich öfter bei den Angeklagten. Haben Sie Katzen gesehen? Ja. Ist Ihnen etwas aufgefallen? Teilweise, manche Tiere waren anscheinend etwas krank, eine schwarze ist vom Kratzbaum gefallen, wollte hoch, ist wieder hinuntergefallen. Die Tiere waren nicht scheu. Die schwarze Katze hatte wohl Orientierungsschwierigkeiten. Ich habe über die ganze Zeit hinweg 5 Katzen gesehen. Einmal gleich 2, dann die schwarze, dann eine hauptsächlich weiße und den Norweger. Woher wussten Sie, dass es sich dabei um eine Norwegische Waldkatze handelt? Ich habe den Stammbaum gelesen, der hat da gelegen und da habe ich hinein geschaut, außerdem hatte der Kater längeres Fell.
War das Tier krank? Zum Schluss konnte man sehen, dass das Tier krank war. Ich habe das Tier nach dem Aufenthalt in der Tierklinik bekommen, jetzt hat es meine Mutter.
Haben Sie das Tier vorher gesehen? Ich war viel auf Montage. Ein Wochenende war das Tier bei Bekannten in Coesfeld, da konnte man sehen, dass es dem Tier nicht gut geht.
Wie, waren Sie eingeladen? Ja, mit den Angeklagten, bei Daniela und Mark. Den Nachnamen kenne ich nicht.
Zu welcher Jahreszeit haben Sie das Tier bekommen? Lange Überlegung. Es war Winter. Wann war das Tier in Coesfeld? Ungefähr 2 Wochen vorher. Haben Sie mal gefragt, warum das Tier mit nach Coesfeld genommen wurde? Weil B. H. das Tier nicht mehr behalten durfte. Ob damals ein Tierhalteverbot bestanden hat, weiß ich nicht. Ich habe seit heute Morgen keinen Kontakt mehr zu den Angeklagten gehabt (hat sich heute früh nämlich ganz ausführlich mit Christian M. unterhalten). Woher wissen Sie überhaupt, dass dort mehrere Katzen waren? Teilweise habe ich sie gesehen, teilweise haben die Angeklagten davon erzählt. Haben Sie das Paar nie gefragt, warum dort ständig neue Katzen waren? Ja, die waren krank, wurden eingeschläfert und darum kamen immer neue Tiere. Die Rassekatze, die in Coesfeld war, konnte wohl nur auf einem Auge sehen, lag wohl an der Rasse.

Staatsanwalt: Die Angeklagten haben Ihnen er zählt, dass gegen sie ein Tierhalteverbot ausgesprochen worden ist, haben sie auch gesagt warum? Sie sollen wohl Tiere gequält haben, aber das haben sie abgestritten. Ich habe das selbst auch nicht mitbekommen, dass dort Tiere geschlagen worden sind. Ich habe ihnen geglaubt. Die Katze, die bei meiner Mutter lebt, ist auf einem Auge blind (Francis).

Gegnerischer Anwalt: Waren die Katzen scheu? Nein, die waren zutraulich. Sie kennen sich mit Katzen aus? Ja. War die Katze vor dem Aufenthalt in der Tierklinik in Coesfeld? Lange Überlegung. Danach. Der Kater Francis befand sich bis zum 10.11.99 in der Tierklinik.

Zeugin Frau Pot...., Krankenschwester, 45 J., Katzenzüchterin

Sie haben eine Norwegische Waldkatze am 02.10.99 an Frau B. H. verkauft. Ja, "Wibke", 3 Monate alt. Den Vertrag habe ich mit Bianca H. abgeschlossen. In der Woche nach der Vermittlung wollte ich in die Wohnung von Bianca H. kommen, das war so vereinbart. Am 06.10.99 rief mich Frau H. an und erzählte mir, dass "Wibke" verstorben sei. Sie ist einer Maus hinterher gesprungen und hinter den Schrank gefallen. Dort befänden sich Kabel, an denen sie sich erhängt hätte. Sie sagte noch, dass sie einen schwarzen Kater hätte, der wäre auch 12 Wochen alt, dass dieser aber raus dürfte. Sie wohne im Erdgeschoss.
Als sie bei mir war, war sie in Begleitung einer blonden Person, die sie mir als ihre Tochter vorstellte. Die Begleitung schätzte ich auf ca. 18 Jahre. Frau H. war zweimal bei mir. Beim ersten Mal war eben diese Tochter und Herr M., der Lebensgefährte bei mir, das war ein Mittwoch. Beim zweiten Mal, dem 02.10.99, einem Samstag, nur mit der Tochter.
Ich habe mit meiner Bekannten, Frau Gol... telefoniert. Sie erzählte mir von Francis. Ich erzählte dann B. H. davon. Ich hatte keinen schlechten Eindruck von Frau H.. Ich kam nicht auf den Gedanken, dass es sich bei meinem toten Tier, nicht um einen Unfall gehandelt haben könnte.
Am 20.10.99 wollte ich zusammen mit Frau Gol... nach Oberhausen fahren, um einen neuen Vertrag abzuschließen. Ich kam von der Arbeit Nach Hause, da erzählte mir mein Mann, dass Frau H. angerufen habe. Ich bräuchte nicht kommen, da ihr Lebensgefährte in Dortmund einen schweren Verkehrsunfall gehabt habe und sie gerade mit ihrem Schwiegervater auf den Weg nach Dortmund wäre. Der Folgevertrag konnte nicht abgeschlossen werden, da sich Francis dann in der Tierklinik befand.
Anfang November 99 habe ich Bianca H. angerufen und sie auf Francis angesprochen. Sie erzählte mir von einem Tierhalteverbot und das Francis wieder bei ihr in der Wohnung sei. Mittwochs wollte sie mich dann anrufen, hat sie aber nicht. Von da an war Bianca H. nicht mehr zu erreichen.
Wir sind dann nach Oberhausen gefahren, haben dort auf der Treppe gesessen. Plötzlich kamen viele Autos um die Ecke, es waren wohl Tierschützer. Dann kam Frau H., stieg in ihr Auto und fuhr weg. Ich fühlte mich von den Tierschützern bedroht. Die standen um mein Auto herum, ich konnte es nicht verlassen. Die haben mir viel kaputt gemacht.

Zeuge Dr. Pfaff, Amtsveterinär Oberhausen, 55 J.,

Es geht um den Kater Francis. Sie waren in der Wohnung der Angeklagten?
Ich wollte. Grund war, das Herr Wi..., von der Polizei, mir von einer kranken Katze erzählte, die sich in der Wohnung befand. Der Zutritt wurde uns verweigert. Dann kam der herbeigerufenen RA der Angeklagten, wir mussten unverrichteter Dinge abziehen. Ich habe dann eine einstweilige Verfügung veranlasst, was sich jedoch auch erledigte, da der Kater Francis , verletzt in der Tierklinik Duisburg lag. Dann erschien bei mir auf dem Amt der RA mit der Angeklagten. Frau H. versuchte eine Erklärung abzugeben. Ich merkte sofort, dass da etwas nicht stimmen konnte. Das Gespräch fand am 02.03.00, statt. Mittlerweile hatte ich von der Tierklinik Duisburg einige Krankheitsbilder mitgeteilt bekommen.
Francis litt an starker Abmagerung, starker Austrocknung, Sehstörung, Verfilzung des Felles und einem Unterkieferbruch. Daran erkannte ich, dass B. H. mich anlog. Francis ist von uns nie gesehen worden, ebenso wie auch kein anderes Tier.

Zeugin Fr. Dr. Sch..., 43 J., Tierärztin, Mülheim

Sie sollen kurzfristig den Kater behandelt haben. Es handelte sich um eine ca. 1 jährige Katze? "Jack", Norwegische Waldkatze. Ich habe schnell festgestellt, dass das Tier an einer Unterkieferfraktur litt. Gebracht wurde sie von Frau H.. Frau H. sagte, dass sie das Tier so übernommen hätten. Wie alt die Fraktur war, kann ich nicht sagen. Auf Grund der Abmagerung jedoch, muss dieser Bruch schon einige Wochen alt sein. Ich verwies Bianca H. an die Tierklinik Duisburg. Das Tier hatte noch vorne rechts, eine geschwollene Vorderpfote. Laut Bericht der Tierklinik, lag auf beiden Augen eine Linsentrübung vor. So etwas kann durch schwere Krankheit hervorgerufen werden oder schon von Geburt an vorhanden sein.

Zeuge Herr Vo..., 44 J., mittelbarer Nachbar der Angeklagten

Ich wurde durch spielende Kinder auf den Katzenkadaver aufmerksam gemacht. Schräg gegenüber von unserem Haus ist eine Grünanlage. Dort lag der Kadaver. Ich habe Fotos gemacht, weil sich selbst die Polizei sehr schwer tat mit der Entsorgung. In der Nachbarschaft wurde immer vor den Angeklagten gewarnt. Einen Samstag waren mal viele Tierschützer auf der Wiese. Es wurde vor dem Haus der Angeklagten ein Kranz niedergelegt und Flugblätter verteilt, bzw. in die Briefkästen gesteckt. Den Kadaver habe ich im Oktober 99 gefunden.

Abschluss der Zeugenbefragung.

Beide Anwälte fordern die Einstellung des Verfahrens für die Mandanten, haben jedoch nichts gegen ein Tierhalteverbot einzuwenden.

Staatsanwalt:

Anordnung eines Tierhalteverbotes nach § 20 TschG, wegen Verstoß gegen § 17 TschG, für beide Angeklagten. Frau H. erhält den rechtlichen Hinweis, dass eine Strafbarkeit in Betracht gezogen werden kann.

Ich überlasse es dem Gericht, das Gleiche für den Angeklagten M. auszusprechen, für den Kater "Thommy". Am 21.12.98 war Thommy erheblich erkrankt. Am 28.12.98 wurde der Angeklagten dringend geraten, das Tier in eine Tierklinik zu bringen. Thommy muss zweimal misshandelt worden sein. Einmal am 21.12.98 und danach am 28.12.98.

Das Verfahren wegen Kater "Maxi" wird eingestellt.

Das Verfahren wegen dem Fund des Kadavers wird ebenfalls eingestellt.

Frau H. wird darauf hingewiesen, dass sie wegen Mittäterschaft, auf Unterlassung und Beihilfe zur Tierquälerei verurteilt werden kann.

Hinweis an Herrn M.. Auch er kann wegen Unterlassung verklagt werden. Es kann ein Tierhalteverbot verhängt werden.

Dann der plötzliche Einwand: Katze "Jack" sei identisch mit Kater "Francis"?????

Bianca H. hat bei den Katern "Francis" und "Thommy" die Hilfe erst einmal untersagt und sollte wegen Tierquälerei bestraft werden.
Kater "Thommy" kam Ende November 98 in die Wohnung der Angeklagten, wurde von Bianca. H. abgeholt, doch es waren wohl beide Angeklagten damit einverstanden. "Thommy" musste mehrfach tierärztlich behandelt werden, wegen verschiedener Verletzungen. Er lahmte, hatte Hämatom an der Schulter (21.12.98 und 18.12.98) Koordinationsstörungen und Schwellung am Kopf. Frau Dr. G... riet für die Überweisung in die Tierklinik, was nicht geschehen ist. Danach muss "Thommy" noch einmal durch Christian M. misshandelt worden sein, er wurde dann am 07.01.99 eingeschläfert. Wenn die Angeklagte Bianca H. sofort einen Tierarzt aufgesucht hätte, wäre das Tier von seine Qualen erlöst worden.

Dann die Katzen "Luna" und "Sina". Sind am 16.01.99 in sehr schlechtem Zustand zu Dr. Ev..., gebracht worden. Unterlippe abgerissen, Fieber, Schockzustand. Diese Verletzungen stammen von vorherigen Misshandlungen , durch den Angeklagten M. Auch da wurden die Tiere nicht sofort einem Tierarzt vorgestellt.

Katze "Lissy", 04.03.99, wurde der TÄ Ha...., vorgestellt, hatte Fieber, ob sie misshandelt wurde, wissen wir nicht. Ist trotzdem am 06.03.99 gestorben.

Katze "Wibke" , ist auf obskure Weise nach ein paar Tagen gestorben. Wir können den Angeklagten nicht unterstellen, dass sie das Tier misshandelt haben, auch wenn die Verletzungen bei anderen Tieren identisch waren.

Kater "Francis" wurde am 02.11.99 in einem apathischen Zustand angetroffen. Er kam in eine Tierklinik.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass auch dieses Tier von Christian M. misshandelt worden ist. Die Angeklagte Bianca H. hat das Tier wochenlang unversorgt liegen lassen. Die Angeklagten bestreiten die Taten. Gleichwohl bin ich der Überzeugung, dass Christian M. die Katzen misshandelt hat. Es liegt ein ½ Jahr zwischen den ersten 6 Taten und den letzten 3 Taten.

Die Äußerungen von Bianca H., verschieden Leuten gegenüber, dass mit ihrem Lebensgefährten etwas nicht stimmt, gibt mir Recht. Er wies am 16.01.99 etliche Kratzspuren an den Handrücken vor. Die Angeklagten gaben eine Erklärung in Bezug auf die Krankheiten ihrer Katzen ab, die nicht zutreffen konnte.

Oft gleichen sich die Verletzungen bei den verschiedenen Tieren, wie u.a. bei "Francis". Es ist sicherlich möglich, dass sich eine Katze, wenn sie aus großer Höhe herunterstürzt, den Unterkiefer brechen kann, jedoch nicht, wenn sie von einem Schrank fällt. Auch danach wurde das Tier nicht in tierärztliche Behandlung gegeben. Alle diese Umstände lassen den Schluss zu, dass hier Gewalteinwirkungen stattgefunden haben. Ich gehe davon aus, dass Christian M. aus Ärger, weil er mit den Katzen nicht zurecht kommt, die Tiere misshandelt. Das Strafmaß kann nicht mehr nur mit einer Geldstrafe bestraft werden. Es sollte schon eine Gefängnisstrafe verhängt werden. Allerdings kann man diese auch zur Bewährung aussetzen.

Der Angeklagten Bianca H. ist zu Gute zu halten, dass sie die Tiere, wenn auch oft zu spät, einem Tierarzt vorgestellt hat. Geldstrafe wäre hier ausreichend.

Darüber hinaus muss auch hier ein Tierhalteverbot ausgesprochen werden.

Für Christian M. fordere ich eine Gesamtstrafe von 5 Monaten auf Bewährung, ein Tierhalteverbot von 5 Jahren und eine Geldstrafe von 1.500 DM.

Für Bianca H. fordere ich 60 Tagessätze von 55 DM und ein Tierhalteverbot für 2 Jahre.

 

Gegnerische Anwälte:

Das können wir uns sparen. "Unsere Mandanten sind freizusprechen".

 

U R T E I L

Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil. Für Christian M. folgende Strafen:

  • Für Kater "Francis", Einsatzstrafe von 2 Monaten,
  • für Katze "Sina" Einsatzstrafe von 2 Monaten.
  • Tierhalteverbot von 5 Jahren.
  • Keine Geldstrafe wegen der Arbeitslosigkeit.

 

Für Bianca H. 40 Tagessätze zu 50,- DM, 2 Jahre Tierhalteverbot.

 

Das Gericht hat festgestellt, dass immer wieder Katzen angeschafft worden sind und diese Tiere nach kürzester Zeit eingeschläfert werden mussten, durch Krankheit, aber auch durch Verletzungen. Der Tageszeitraum wurde nachgewiesen. Der Tod von "Sina" und "Francis" wurde nachgewiesen. Im Fall "Thommy" gibt es einen Freispruch, weil nachgewiesen werden konnte, dass Bianca H. sich des öfteren mit dem Tier in tierärztlicher Behandlung begeben hat.

"Wibke" ist innerhalb kurzer Zeit verstorben. Genaue Feststellung konnte man nicht beweisen.

Bei "Sina" waren die Verletzungen nicht zu übersehen. Das Gericht ist davon überzeugt, dass der Angeklagte Christian M. , Verursacher dieser Verletzungen war.

Auch ist das Gericht bezüglich der Kratzer, an seinen Handrücken überzeugt, dass diese nur von einer Katze stammen können.

Kater "Francis". Das Gericht ist davon überzeugt, dass auch für diese Verletzungen der Angeklagte Christian M. zuständig war. Selbst, wenn diese Fraktur schon beim Erwerb des Tieres vorhanden gewesen sein sollte, hätte man das Tier sofort einem Tierarzt vorstellen müssen. Erst als der Polizeibeamte Wi..., in der Wohnung erschien, fühlten sich die Angeklagten gezwungen, das Tier einem Tierarzt vorzustellen.

Beide Angeklagten werden wegen eines Unterlassungsdeliktes bestraft.

In zwei Fällen der Tierquälerei haben sie sich schuldig gemacht (§17 TschG). Sie sind zu bestrafen. Der § 17 TschG sieht Geldstrafen oder Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren vor. Beide Angeklagten sind nicht vorbestraft.

Das Gericht legt für Bianca H., für die Katze "Sina" 20 Tagessätze fest. "Francis muss höher bewertet werden. Dafür gibt es 40 Tagessätze. Die Tagessätze werden nach dem Einkommen beurteilt, das heißt für Bianca H. : Pro Tagessatz, 50,- DM, plus Gerichtskosten für die anerkannten Tiere, plus Rechtsanwaltskosten. Sie erhält ein Tierhalteverbot von 2 Jahren.

Christian M. sollte eine kurzzeitige Freiheitsstrafe bekommen. Das Gericht hält eine Strafe für die Katze "Sina" von 2 Monaten und für den Kater "Francis" von 4 Monaten für richtig. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Auf Grund der nicht unerheblichen Taten, wird ein Tierhalteverbot von 5 Jahren verhängt. Die Bewährungszeit beträgt 3 Jahre. Er muss straffrei bleiben. Wie gesagt, eine Geldauflage wurde nicht verhängt.

Karo 

Soweit das Protokoll zum Prozess.... Und das soll es nun gewesen sein, worauf wir alle so lange gewartet und hingearbeitet haben????

Eine Strafe auf Bewährung für ihn - - - Er wird sich die Hände reiben, dass er so billig davongekommen ist!!! Und jeder andere Tierquäler, der von diesem Urteil hört, wird sich in Sicherheit wiegen....

Eine Geldstrafe für sie - - - So ein paar lächerliche Mark tun jemandem, der teure Rassekatzen kauft, um sie zu misshandeln und dabei den Tod (= “Wertverlust”) oder hohe Tierklinik-Rechnungen in Kauf nimmt, ganz gewiss nicht weh!!!

Und ein lächerliches Tierhalteverbot von 2 und 5 Jahren - - - Wie in aller Welt kann man von jemandem, der mehrere Tiere auf derartige Weise gequält und misshandelt hat, erwarten, dass er nach 5 Jahren auf wundersame Weise zu einem verantwortungsvollen Katzenhalter geworden ist?????????
(Übrigens pfeifen die Spatzen schon von den Dächern, dass Frau H. und ihr neuer Freund bereits bei den Vorbereitungen zum Einzug einer neuen Katze gesichtet wurden....ER hat ja KEIN Tierhalteverbot.... Nur ein Gerücht oder bittere Wahrheit???)

Mein Gott, was ist das für eine Welt, in der wir leben??? Und wo bleibt die Gerechtigkeit?



(Letzte Änderung dieser Seite: 23 Juli, 2015)


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