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Vorweg unsere Kurzbeschreibung:
Als Erreger ist das FCoV, das Corona-Virus (ein
Durchfallvirus), identifiziert, welches zum FIP-Virus mutieren kann. Auslösende Faktoren für eine solche Mutation können z.B. Stresssituationen sein, wodurch besonders Tierheim-Katzen und andere Tiere aus größeren Beständen
gefährdet sind. Zwischen der Ansteckung und der Mutation der Krankheit können Wochen, Monate oder gar Jahre liegen. Aber nicht jede Katze, die eine Corona-Infektion aufweist, muss zwangsläufig an FIP erkranken!!! Kommt
es jedoch zur Mutation des Corona-Virus zum FIP-Virus, lebt die Katze in der Regeln nur noch wenige Tage bis Wochen.
Die Krankheitserscheinungen einer FIP sind im Anfangsstadium nur sehr allgemeiner Art.
Die Körpertemperatur ist über längere Zeit fieberhaft. Die Futteraufnahme wechselt und lässt mit fortschreitender Erkrankung zunehmend nach. Die Katze magert ab. Häufig werden auch Erbrechen, Durchfall, Lähmungen,
Atembeschwerden und Anämien beobachtet. Je nach Verlaufsform nimmt im Endstadium der Bauchumfang infolge von Flüssigkeitsansammlung zu, oder aber es kommt zu “trockenen” Veränderungen von Leber, Niere und anderen Organen.
Nach neueren Erkenntnissen ist dies nicht, wie zunächst vermutet, auf eine Bauchfellentzündung, sondern auf eine allgemeine Entzündung und Schädigung kleiner Blutgefäße zurückzuführen. Außerdem kommen aber häufig auch andere
Erscheinungsformen der Krankheit vor, bei denen etwa überwiegend die Brusthöhle, der Darm oder das Zentralnervensystem betroffen sind und eine Bauchwassersucht fehlt.
Da es keine aussichtsreiche Behandlungsmöglichkeit gibt, endet die Erkrankung immer
tödlich. Lediglich die Beschwerden können anfangs mit Medikamenten gelindert werden. Seit 1993 ist ein Impfstoff in Deutschland zugelassen, welcher jedoch bereits erkrankten Tieren nicht mehr zu helfen vermag. Geimpft
werden dürfen nur Tiere, welche noch keinen Titer aufweisen, ein Test ist also vor der Impfung unumgänglich. Jedoch ist die Impfung stark umstritten. Lest hierzu die Studie:
Untersuchung der
Wirksamkeit eines Impfstoffes gegen die Feline Infektiöse Peritonitis unter Tierheimbedingungen
(Kurzform und Vollversion wählbar)
Ein Video zum Thema:
Dezember 2000: Prof. Dr. Hans Lutz (Virologe der Veterinärmedizinischen Universität in Zürich)
war so freundlich, uns die Genehmigung für einen Vorabdruck seiner neusten FIP-Abhandlung zu erteilen, welche erst Anfang 2001 veröffentlicht wird! Wir bedanken uns ganz herzlich bei ihm und der Firma Virbac, welche die
Copyrights an dieser Veröffentlichung hält!
Die feline infektiöse Peritonitis (FIP)
- Prof. Dr. Hans Lutz -
Krankheitsbild und Verlauf:
Die FIP, die durch das feline Coronavirus (FCoV) verursacht wird, ist eine der heute am meisten gefürchteten
Krankheiten der Katze, da sie, einmal ausgebrochen, immer zum Tod führt. Die FIP betrifft in einem Bestand nie alle Katzen, sondern immer nur ein bis zwei Tiere, besonders Jungtiere im Alter von etwa vier Monaten bis zwei
Jahren. Die ersten Krankheitssymptome sind Fressunlust und verminderte Aktivität. Gelegentlich werden in den Augen entzündliche Ablagerungen sichtbar. Bei einigen Tieren kommt es eine bis drei Wochen nach Auftreten der
ersten Krankheitssymptome zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, die dem Katzenhalter auffällt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird die Katze dann dem Tierarzt vorgestellt. Häufig dauern aber die an sich
wenig charakteristischen Symptome über Wochen an. Wenn der Tierarzt eine FIP diagnostiziert, bleibt leider nur noch das Einschläfern, da es bislang keine Heilung dieser Krankheit gibt. Gelegentlich führt die Infektion mit dem
FCoV bei Jungtieren zu Episoden von Erbrechen und Durchfall sowie Schnupfen, welche aber von selbst verschwinden können. Diese Erkrankungen bleiben auf Darm und Atmungsapparat beschränkt.
Das Virus und die Übertragung:
Die Coronaviren verdanken ihren Namen ihrem Bild im Elektronenmikroskop, welches an eine Krone (lateinisch
corona) erinnert. Infektionen mit FCoV sind bei unseren Katzen weit verbreitet: In Zuchten können bis zu 100 % aller Katzen mit dem FCoV infiziert sein. Heute dürfte es in Westeuropa kaum eine Zucht geben, in der alle Katzen
frei sind von FCoV. Wie oben erwähnt führt die FCoV-Infektion nur gelegentlich bei Jungkatzen zu Erbrechen, Durchfall oder vorübergehenden Schnupfensymptomen. Wir wissen heute, dass sich aus dem an sich harmlosen
FCoV durch spontane Veränderungen des genetischen Materials (Mutationen) das die FIP verursachende Virus ergibt. Das mutierte Virus wird daher als FIP-Virus bezeichnet; es unterscheidet sich nur in wenigen Stellen vom
FCoV, von dem es sich ableitet. FCoV werden in der Regel direkt von einer Katze auf die andere übertragen. Allerdings spielt auch die indirekte Übertragung via unbelebte Gegenstände wie Kotkistchen, Bürsten, Schlafkörbe
und ähnliches eine sehr wichtige Rolle. Nach der Infektion kann sich das FCoV im Darm und in der Lunge festsetzen, wobei – das sei hier betont – meistens keine Krankheitssymptome auftreten. Dank PCR
-Untersuchungen wissen wir heute, dass es Katzen gibt, die über Monate hinweg mit dem Kot FCoV ausscheiden. Andere Tiere desselben Bestandes scheiden nur gelegentlich oder über Wochen hinweg gar keinen Virus aus.
Katzen, die dauernd FCoV ausscheiden, können pro Gramm Kot bis zu einer Million mal mehr FCoV aufweisen als gelegentliche Ausscheider. Dies dürfte auch erklären, weshalb die gemeinsame Benützung von Kotkistchen durch
Dauerausscheider und gelegentliche Ausscheider bei den Letztgenannten zu einem erhöhten Infektionsdruck, also zu wiederholten Infektionen führt.
Jungtiere werden meistens – aber nicht immer – erst im Alter von über sechs Wochen infiziert. Als
Infektionsquelle kommen nicht nur die eigene Mutter, sondern auch alle anderen Tiere eines Bestandes in Frage, sofern sie Kontakt mit den Jungtieren haben.
Die Krankheit bricht erst viele Wochen bis Monate später aus, meistens wenn die Jungtiere bereits bei einem
neuen Besitzer sind. Über welche Mechanismen die bei FCoV beobachteten Mutationen des genetischen Materials zur Entstehung einer FIP führen, ist noch nicht klar. Immerhin wissen wir, dass jede Art von Stress das
Ausbrechen einer FIP-Erkrankung bei einem Tier mit Coronavirus-Infektion begünstigen kann.
Diagnose und Therapie:
Die Diagnose FIP stellt für den Tierarzt eine ausserordentlich schwierige Aufgabe dar. Dazu muss er unter
anderem Blutuntersuchungen durchführen, und er wird in diesem Fall – aber nur, wenn er den Verdacht einer FIP hat – auch den Coronavirus-Test anfordern. Im Coronavirus-Test, der früher unglücklicherweise oft auch als FIP
-Test bezeichnet wurde, werden Antikörper gegen Coronavirus bestimmt. Wenn eine Katze, bei welcher der Tierarzt eine FIP vermuten muss, grosse Mengen von Antikörpern gegen das Coronavirus aufweist, so ist dies
neben den Blutwerten ein zusätzlicher, wichtiger Hinweis für das Vorliegen einer FIP. Achtung: Dieser Coronavirus-Test kann nicht zwischen der Infektion mit dem an sich harmlosen
Coronavirus und dem krankmachenden FIP-Virus unterscheiden. Es ist demnach ein Fehler, wenn der Coronavirus-Test bei gesunden Katzen durchgeführt wird mit dem Ziel, eine FIP nachzuweisen oder auszuschliessen.
Über 50 % der gesunden Katzen in der Gesamtpopulation haben Antikörper gegen Coronavirus, die im Test nachgewiesen werden können. In spezialisierten Laboratorien ist es heute möglich, das
FCoV mit der PCR-Methode nachzuweisen. Allerdings vermag die heute verwendete Methode nicht zwischen dem FCoV und den krankmachenden FIP-Viren zu unterscheiden. Da die Coronaviren der Katze sehr weit
verbreitet sind, kommen positive PCR-Tests nicht nur bei an FIP erkrankten Katzen, sondern auch bei vielen gesunden Tieren vor. Aus diesem Grund kann die PCR-Methode zur Diagnose eines FIP-Falles nicht verwendet
werden. Verschiedene Laboratorien offerieren trotzdem der Tierärzteschaft die PCR-Methode zur Diagnose der FIP. Nach Ansicht des Verfassers ist dies weder für die Katze, noch für den Tierarzt nützlich.
Wenn bei einer Katze die FIP erst einmal ausgebrochen ist, kommt jede therapeutische Massnahme zu spät. In den
letzten Jahren wurden verschiedenste Therapieversuche beschrieben, welchen allesamt kein Erfolg beschieden war. Daher ist die korrekte Diagnose einer FIP sehr wichtig. Ist die Diagnose FIP jedoch sicher gestellt, so sollte
auf Behandlungsversuche bei der Katze verzichtet werden.
Vorkommen und Bedeutung:
Die Häufigkeit von Coronavirusinfektionen in der Katzenpopulation kann durch Nachweis von Antikörpern im
Coronavirus-Test bestimmt werden. Allerdings lässt sich aufgrund der Testresultate nicht abklären, ob ein im Test positives Tier Träger eines FIP-Virus oder des harmloseren Coronavirus ist. In der Schweiz, in Deutschland und in
Österreich sind Coronavirus-Infektionen weit verbreitet. Über 50 % aller Katzen hatten einmal Kontakt mit Coronaviren. Ob in einer Zucht oder einem Katzenheim FIP vorkommt oder nicht, lässt sich durch den Test in
keiner Weise abklären. Der Grossteil der Zuchten und Kollektive hat nie oder nur selten FIP-Fälle verzeichnen müssen. Allerdings ist keine Zucht vor FIP gefeit: Wenn es infolge der Haltungsbedingungen bei einzelnen Katzen
zu einer hohen Virusbürde (englisch Virusload) kommt, können die für die Entstehung von FIP-Viren notwendigen genetischen Mutationen jederzeit vorkommen, womit die Voraussetzung für einen FIP-Fall gegeben ist.
Impfung:
In den USA sowie einigen Ländern Europas steht den Tierärzten neuerdings ein FIP-Impfstoff zur Verfügung.
Dieser Impfstoff beruht auf einem Coronavirus-Stamm, der durch lange Vermehrung in Zellkultur seine krankmachenden Eigenschaften verloren hat. Wird dieser Impfstoff bei Katzen, welche vorher noch nie mit einem
Coronavirus in Kontakt gekommen waren, in die Nasenhöhlen verbracht, so erzeugt das Impfvirus dort eine lokale Immunität. Die Schwierigkeit bei der Anwendung dieses Impfstoffes besteht darin, dass unter Feldbedingungen
die meisten Katzen in irgendeiner Form schon einmal mit einem Coronavirus in Kontakt gekommen waren, bevor sie im Alter von 16 Wochen (frühester Impftermin) zum erstenmal geimpft werden können. Wird eine Katze geimpft
, die bereits mit dem FCoV Kontakt gehabt hatte, vermag die Impfung keinen wesentlichen Schutz zu vermitteln. Immerhin konnte in grossen Feldstudien gezeigt werden, dass der FIP-Impfstoff keinerlei unerwünschte
Nebeneffekte zeigt.
Andere Massnahmen zur Infektionskontrolle:
Zur Bekämpfung der FIP stehen heute verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die im folgenden kurz
beschrieben werden. Da die FCoV-Infektion mit vernünftigem Aufwand kaum vermieden werden kann, zielen alle Bekämpfungsmassnahmen darauf ab, den Virusload bei der einzelnen Katze möglichst gering zu halten.
- Wo immer möglich, sollten Katzen in Kleingruppen von bis zu drei Tieren gehalten werden. Dadurch wird
der Infektionsdruck, der von einzelnen Dauerausscheidern auf das ganze Kollektiv ausgeht, massiv erniedrigt.
- Tieren einer Kleingruppe sollen immer die gleichen Futter- und Wassergefässe sowie Kotkistchen zur
Verfügung gestellt werden (Farbkodierung). Dadurch wird die Virusübertragung auf Tiere einer anderen Kleingruppe reduziert.
- Kotkistchen sollen mit genügend Einstreu und in reichlicher Grösse zur Verfügung stehen. Kotballen
müssen häufig entfernt werden, weil das FCoV ganz intensiv mit dem Kot ausgeschieden wird. In der freien Wildbahn vergraben viele Katzenartige ihren Kot in Erdvertiefungen. Allerdings bleibt bei der
Wildkatze der Kot vergraben, während er bei unseren Hauskatzen durch das nachfolgende Tier im Kotkistchen wieder ausgegraben wird. Kontakt mit Kot, der viel FCoV enthält, ist als sehr grosse Infektionsgefahr zu betrachten.
- Im Veterinärmedizinischen Labor der Universität Zürich wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem die
Menge des mit dem Kot ausgeschiedenen FCoV bestimmt werden kann. Dieses Verfahren beruht auf dem TaqMan-PCR-Prinzip. Zur Durchführung des Tests wird sehr wenig Kot benötigt, der mit einem
Wattestäbchen direkt aus dem Enddarm der Katze zu entnehmen ist. Zur Ermittlung von Dauerausscheidern genügt es, wenn von allen Katzen eines Bestandes viermal (in wöchentlichen
Abständen) je eine Kotprobe entnommen und dem Labor zur Untersuchung eingesandt wird. Das TaqMan-Verfahren erlaubt nicht nur abzuklären, ob FCoV vorhanden ist, sondern auch die Bestimmung der
Virusmenge pro Kotgewicht. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass Katzen, die viel Virus ausscheiden, auch regelmässig ausscheiden. Die grösste Gefahr einer Infektion geht von den
Dauerausscheidern aus, die im Vier-Wochen-Test viermal positiv sind und dabei viel Virus ausscheiden. Solche Dauerausscheider weisen in ihrem Kot bis zu einer Million mal mehr Virus auf als Katzen, die
lediglich gelegentlich ausscheiden. Sind Dauerausscheider erkannt, können sie aus dem Kollektiv entfernt werden, womit der Infektionsdruck schlagartig reduziert wird. Dieses Verfahren der Erkennung und
Separierung von starken Ausscheidern ist neu und konnte bezüglich seiner Effizienz noch nicht überprüft werden. Nach allem, was die Wissenschaft heute über die FIP weiss, dürfte der Isolierung dieser
Dauerausscheider zur Bekämpfung der FIP jedoch grosse Bedeutung zukommen.
- Anfang der neunziger Jahre wurde durch die Universität Glasgow das Frühabsetzen der Jungtiere zur
Aufzucht FCoV-negativer Katzen empfohlen. Das Frühabsetzen beruht auf der Beobachtung, dass Jungkatzen erst im Alter von ca. acht Wochen selbst Antikörper gegen FCoV bilden. Daraus lässt sich
ableiten, dass die Infektion kurz davor, also nach der 5. bis 6. Lebenswoche, stattfindet. Um die Infektion der Jungtiere durch die Mutter oder andere Katzen einer Zucht zu vermeiden, schlugen die schottischen
Tierärzte folgendes Vorgehen vor: Zunächst wird die tragende Katze zwei Wochen vor der Geburt in einem separaten Raum untergebracht. Jeder Kontakt mit anderen Katzen der Zucht wird unterbunden.
Nach der Geburt bleiben die Jungtiere bis längstens zur 6. Lebenswoche mit der Mutter zusammen; danach wird die Mutter von ihrem Wurf getrennt. Für die weitere Aufzucht bleiben die Jungtiere
zusammen, ohne jeden Kontakt mit anderen Katzen. Die Arbeitsgruppe des Verfassers konnte in eigenen Beobachtungen die schottischen Resultate nicht bestätigen: Die beobachteten Jungkatzen waren in der
Mehrheit der Fälle trotz Frühabsetzens mit FCoV infiziert. Allerdings hatten sie einen deutlich geringeren Virusload als konventionell aufgezogene gleich alte Kätzchen. Daraus lässt sich ableiten, dass das
Frühabsetzen zwar nicht vollständig vor FCoV-Infektion zu schützen vermag, wegen des deutlich geringeren Virusloads aber dennoch sehr wertvoll ist, wenn es darum geht, das Risiko einer FIP bei
Jungkatzen zu verringern. Hier ist noch anzumerken, dass das Frühabsetzen auf das soziale Verhalten der Jungtiere keinen negativen Einfluss hat, wenn der Wurf aus mindestens drei Geschwistern besteht
und diese zusammen aufgezogen werden.
- Wenn eine einzeln gehaltene Katze an FIP erkrankt, so sind Böden, Liegeplätze und Futtergeschirre
gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, bevor ein neues Tier in die selben Räume verbracht wird. Zur Desinfektion sind die üblichen Desinfektions- und Haushaltsreinigungsmittel gut geeignet. Da das
Coronavirus an der Aussenwelt zwar einige Wochen überleben kann, seine Aktivität aber rasch abnimmt, empfiehlt es sich zudem, nach Abgang der erkrankten Katze mindestens drei Wochen zu warten, bis ein
neues Tier angeschafft wird.
- Ist in einer Mehrkatzenhaltung erstmals ein FIP-Fall aufgetreten, so sind die oben erwähnten Massnahmen zu übernehmen, um das Risiko eines weiteren FIP-Falles zu verkleinern.
- Zuchtkatzen, denen wiederholt Jungtiere an FIP gestorben sind, sind als Infektionsquelle für Jungtiere zu
betrachten. Hier erscheint es angezeigt, mit einer solchen Katze nicht weiter zu züchten.
Prof.Dr.Hans Lutz, FVH, FAMH Clinical Laboratory Dept. of Internal Veterinary Medicine
University of Zurich CH-8057 Zurich Phone: *41-1-635 83 12 Fax: *41-1-635 89 06 e-mail: hanslutz@vetklinik.unizh.ch
Ein typisches FIP-Screening einer an FIP erkrankten Katze findet Ihr >> hier<<, ebenso wie weitere Informationen zu den Möglichkeiten und Grenzen der Labordiagnostik.
Labor-Adressen für den PCR-Test (und andere vet. med. Analysen):
LaboKlin, Labor für klinische Diagnositk Gmb,
Prinzregentenstr. 3, 97668 Bad Kissingen, Tel.: 0971 - 7 20 20, Fax 0971 - 68 54 6
Vet-med-Labor, Institut für klinische Prüfung Ludwigsburg GmbH, Veterinärmedizinisches Labor
Postfach 11 10, 71611 Ludwigsburg, Tel.: 07141 - 9 66 38, Fax 07141 - 9 66 39
VetLabor, Dr. med. vet. Kirsten Simon,
Munscheidtstr. 14, 45886 Gelsenkirchen, Tel.: 0209 - 16 72 500, Fax: 0209 - 16 72 501
Buchtipps zum Thema:

“Infektionskrankheiten bei Hund und Katze” von R. M. Gaskell & Melcolm Bennett
Sowohl in der Einzeltierhaltung als auch bei der Betreuung größerer Katzenbestände stellen Infektionskrankheiten
heute ein schwerwiegendes Problem dar, das eine effiziente Kontrolle und Vorsorge notwendig macht. Dieses Buch behandelt auf ausführliche Weise die am stärksten verbreiteten Infektionskrankheiten der Katze, wie z.B.
den Katzenschnupfen (Calici, Herpes, Chlamydien), Panleukopenie, Corona, FIP, FeLV, FIV, Enzephalopathie, Ataxie und dergleichen mehr....
Klinische Symptomatik, Diagnose, Behandlung und Prophylaxe werden für die wichtigsten durch Viren, Bakterien und Pilze hervorgerufenen Erkrankungen in übersichtlicher Weise präsentiert. Erläuternde Diagramme sorgen für
einen schnellen Informationszugriff. Der Originaltext wurde durch Kommentare von Frau Dr. med. vet. Katrin Hartmann, Medizinische Tierklinik der
Ludwig-Maximilians-Universität München, bereichert, die insbesondere auf die Unterschiede in Sachen Therapie und Rechtsvorschriften zwischen Großbritannien und Deutschland hinweisen
Auch wenn uns (im Gegensatz zu den seit langem ausreichend erforschten anderen Virusinfektionen) in Sachen FIP, FIV und FeLV immer wieder neue Erkenntnissen präsentiert werden, vermittelt dieses Buch doch eine gute
Grundlage der Kenntnisse aus jahrelangen Studien. Alles in Allem ein sehr zu empfehlendes Buch, welches ich nicht mehr missen möchte.!
(Taschenbuchausgabe, 237 Seiten, 1999, Blackwell Wissenschaftsverlag, ISBN 3826331451, 19,95 EUR)

“Virusinfektionen bei Katzen” von Prof. Dr. Marian C. Horzinek
Ein weiteres Buch zum Thema Infektionskrankheiten stammt von einem der anerkanntesten Virologen: Prof. Dr.
Marian Horzinek von der Universität Utrecht. Horzinek beschäftigt sich hier ausschließlich mit den Viruserkrankungen der Katze, als da wären: Panleukopenie (Katzenseuche), Katzenschnupfen (Herpes, Calici),
FeLV (Leukämie), FIV (Katzenaids), Corona und FIP sowie Tollwut und Pseudowut. Bevor er jedoch auf die einzelnen Infektionen eingeht, gibt er zunächst eine äußerst interessante Einführung in die
Virologie. Er klärt den Leser über die Anatomie des Virions auf, erläutert, wie sich Viren entwickeln, vermehren und mutieren, warum keine völlige Ausscheidung des Virus nach Abklingen der Krankheit erfolgt, welche
Impfstoffe es gibt, wie der Imfpschutz funktioniert, die Immunität aufgebaut wird und wie oft geimpft wird (wobei ich darauf hinweisen möchte, dass zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Buch von Seiten Horzineks noch keine
Rede von einer Ausdehnung der Impfintervalle war, so wie er sie gegenwärtig öffentlich propagiert.) Wenngleich davon auszugehen ist, dass ein in 1990 erschienenes Fachbuch sicherlich nicht mehr in allen
Einzelheiten den aktuellen Stand der Forschung wiedergibt, so ist dieses Buch dennoch sehr empfehlenswert, um sich ein eingehendes Bild über die verschiedenen Katzenvirosen und deren Anzeichen sowie Auswirkungen zu
verschaffen. Es ist auch für den Laien gut verständlich und sehr aufschlussreich!
(großformatige Taschenbuchausgabe,1990, 98 Seiten, Enke, ISBN 343298801x, 29,95 EUR)


“Krankheiten der Katze” von den Professoren Horzinek, Schmidt u. Lutz
Eines der beiden zweifellos umfassendsten und empfehlenswertesten veterinärmedizinischen
Nachschlagewerke im Hinblick auf die Katzengesundheit ist die 4. überarbeitete Auflage von “Krankheiten der Katze”, deren Hauptautoren die renommierten Professoren Marian C. Horzinek, Hans Lutz und Vera Schmidt
sind. Die dritte Auflage erschien 2003 und erfreute sich so großer Nachfrage, dass bereits zwei Jahre später eine 4. Auflage anstand, die somit auch gleich den neusten medizinischen Kenntnissen angepasst werden konnte.
Gemeinsam mit unzähligen anderen anerkannten Spezialisten haben sie die Erfahrungen vieler Kliniken im In- und Ausland zusammengetragen, welche auf allen Teilgebieten der Katzenmedizin das ganze Spektrum des Wissens
abdecken und aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungstendenzen berücksichtigen. Es werden neue medizinische Wege beschritten, um den Anforderungen der täglichen Praxis gerecht zu werden.
Das breit gefächerte Spektrum (allein das Inhaltsverzeichnis beläuft sich auf 12 Seiten) umfasst Verhaltensstörungen, Ratschläge zur Vorbereitung und Handhabung der Allgemeinuntersuchung, die klinische
Labordiagnostik, Röntgen- und Ultraschallbilder, Virusinfektionen und Infektionen bakterieller Art, Mykosen (Pilzbefall), Parasitosen (Parasitenbefall), Erkrankungen von Herz- und Kreislauf, der Atemwege, der Haut, von
Mund und Zähnen, des Magen-Darm-Traktes, der Leber, des Pankreas (Bauchspeicheldrüse), der Nieren und Harnwege, der Geschlechtsorgane, des Nervensystems, der Augen, des Blutes, der endokrinen Organe und des
Immunsystems. Weiterhin befasst man sich mit Erbkrankheiten, Skelettveränderungen, Traumen, Vergiftungen, Tumoren, Alterskrankheiten, Anästhesie, Chirurgie, Orthopädie, Arzneimitteltherapien/-wirkungen, Energie- und
Nährstoffbedarf. Abschließend wird noch ein Blick auf das Management von Haltung und Zucht sowie auf einige Rechtsfragen in bezug auf die Katze geworfen.
Das gesamte Werk ist sehr übersichtlich gegliedert und gestaltet, reich bebildert und sehr angenehm zu lesen. Kurzum: Ein unverzichtbares Nachschlagewerk, das Antworten auf nahezu alle Fragen zur erkrankten Katze
liefert! (Leider hat es auch einen dementsprechenden Preis....)
(Großformatige, gebundene Ausgabe, 880 Seiten, 2005, Enke Verlag, ISBN 3830410492, 149,90 EUR)
“Katzen Krankheiten” Band 1 + 2 von W. Kraft, U.M. Dürr und K. Hartmann
Und hier haben wir das zweite der beiden zweifellos umfassendsten und empfehlenswertesten
veterinärmedizinischen Nachschlagewerke über die Krankheiten der Katze. Lange musste man auf diese 5. überarbeitete Ausgabe warten, endlich ist sie im Handel und hat gegenüber den früheren Auflagen eine
ganz erhebliche Erweiterung erfahren: Sie liegt erstmalig in zwei Bänden vor. Das zeigt nicht nur die erheblichen Erweiterungen, die die einzelnen Kapitel erfuhren, sondern spiegelt auch die geradezu sprunghafte Entwicklung
wider, die sich in den letzten Jahren auf allen Gebieten der Kleintiermedizin ergeben haben. Der Tatsache Rechnung tragend, dass die Katze immer mehr an Beliebtheit gewinnt und verstärkt in der
Tierarztpraxis vorgestellt wird, liefern die Autoren eine völlige Neubearbeitung und Aktualisierung dieses Standardwerkes, welches erhebliche Erweiterung erfahren durfte.
Die Themengebiete der 1467 Seiten erstrecken sich von Behandlungstechniken über Endoskopie, Bildgebende Verfahren, Sofortmaßnahmen bei akuten Traumen und Notfällen, Vergiftungen, Infusionstherapie und
Sondenernährung, Impfung, virale und bakterielle Infektionskrankheiten, Mykosen, Zoonosen, Parasitosen, Krankheiten des Auges, der Ohren, der Haut, des Bewegungsapparates, der Zähne und des Kiefers, des
Kreislaufsystems, des Respirationstrakts, der Verdauungsorgane, der Leber, der Pankreas, der Harnorgane, des Blutes, des Immunsystems und des Nervensystems bis hin zur Gynäkologie, Missbildungen,
Stoffwechselstörungen, Alterserkrankungen, Tumoren, Onkologie, Ernährung und Diätetik, Verhaltensprobleme, Chirurgie und sogar Tötung.
Interessant ist hierbei, dass manche Krankheitsbilder in verschiedenen Kapiteln (also von unterschiedlichen Autoren) beschrieben werden, was zur Folge hat, dass unterschiedliche Meinungen zum Ausdruck kommen,
was dem Leser ein breiteres Blickfeld eröffnet. Kurz gesagt: Das Warten hat sich gelohnt, die Fülle ist atemberaubend - wenngleich dieses Werk hinsichtlich des
Fachjargons nicht ganz so verständlich für den Laien ist wie das vorgenannte Werk.
(Gebundene Ausgabe, März 2003, Schaper Verlag, ISBN 3794401999, 168,00 EUR)
Weitere Buchtipps zum Thema Gesundheit:
(letzte Änderung dieser Seite: 05 Mai, 2010)
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